Politik : ZEUGE DER BRUTALITÄT

Der Mann ist hager, hat schon einige Lebenserfahrung gesammelt, auch jenseits der deutschen Grenzen. Er ist Mediziner und hat bei seinen vielen Rettungseinsätzen „harten Tobak“ erlebt, wie er es nennt. Doch sein Hilfseinsatz für die Bürgerkriegsopfer in Sri Lanka hat ihn nachhaltig erschüttert. „Die, die nicht sofort gestorben sind, hatten mindestens einen zerfetzten Arm oder ein zerfetztes Bein“, berichtet er von Patienten, die das Kriegsende im Sperrgebiet erlebten. Solche Röntgenbilder wie dort habe er noch nicht gesehen. „Viele Körper waren über und über voller Metallsplitter.“ Das heiße, die Armee „ist nicht mit Gewehren auf die Leute losgegangen. Die haben praktisch jede Hütte mit einer Panzergranate angegriffen.“ Die meisten werden ihr Leben mit diesen Splittern im Körper verbringen. Unvorstellbar seien auch die Traumata, dieser Menschen. „Oft haben die eigenen Leute hinter ihnen her geschossen, wenn sie fliehen wollten“, haben ihm Patienten über das Vorgehen der LTTE erzählt. mue

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben