Politik : Ziel ist die Einheit: Nord- und Südkorea reden zum Abschluss über nationale Sicherheit

Bei ihrem historischen Gipfeltreffen in Pjöngjang haben die beiden koreanischen Staatschefs auch sensible Sicherheitsthemen erörtert. Wie der südkoreanische Präsident Kim Dae Jung nach seiner Rückkehr nach Seoul am Donnerstag mitteilte, kamen auch das Rüstungsprogramm Nordkoreas und die vom Norden kritisierte Stationierung amerikanischer Soldaten im Süden zur Sprache. Diese Punkte wurden zwar nicht in dem am Mittwoch unterzeichneten Abkommen der beiden Staatschefs erwähnt, das die Wiedervereinigung der seit rund 50 Jahren getrennten Staaten als Fernziel festlegt. Die Themen seien aber konstruktiv diskutiert worden, sagte Kim.

Bei seiner Rückkehr sagte Kim am Donnerstagin Seoul, er komme mit der festen Überzeugung wieder, dass die Wiedervereinigung erreicht werden könne. Auch über das strittige Sicherheitsgesetz Südkoreas, das kommunistische Aktivitäten ächtet, habe er mit seinem nordkoreanischen Kollegen Kim Jong Il gesprochen.

Die Zusammenführung von Familien, die vor und während des Koreakrieges vor einem halben Jahrhundert getrennt wurden, solle schon in diesem Monat vom Roten Kreuz vorbereitet werden, kündigte Kim Dae Jung an. "Für uns beginnt ein neuer Tag", erklärte Kim. "Wir stehen an einem Wendepunkt und können ein neues Kapitel unserer Geschichte aufschlagen. Damit können wir einen Schlussstrich unter 55 Jahre der Trennung und Feindschaft ziehen."

Das dreitägige Gipfeltreffen in Pjöngjang ging am Donnerstag mit freundschaftlichen Gesten zu Ende. Zum Abschluss ihrer Gespräche fassten sich Kim Jong Il und Kim Dae Jung bei einem Empfang für beide Delegationen an den Händen und sangen das in Nord wie Süd populäre Lied "Unser Wunsch ist die Vereinigung". Die beiden umarmten sich zum Abschied.

In Seoul wurde Kim Dae Jung von Tausenden Menschen begrüßt. Sie hielten Transparente, auf denen sie zum erfolgreichen Gipfel gratulierten. Das am Mittwoch unterzeichnete Abkommen der beiden Staaten sieht die Zusammenführung von Familien und die Förderung südkoreanischer Investitionen im Norden vor. Ferner wurde ein neues Gipfeltreffen in Seoul vereinbart. Außerdem stimmte Südkorea zu, wegen Spionage verurteilte Nordkoreaner nach Ende ihrer Haft in die Heimat zurückzuschicken.

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