Politik : Zigarettenschmuggel: Der Geschmack von Freiheit und Abenteuer (Kommentar)

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Die Europäische Kommission wirft der amerikanischen Tabakindustrie einen groß angelegten Zigarettenschmuggel in die EU vor. Jetzt verlangen die Kommissare Schadenersatz für entgangene Tabaksteuern. Zum Kauf von Tabakaktien sollte man Anlegern derzeit nicht raten. Es ist erst wenige Tage her, dass ein Geschworenengericht in Miami die großen Zigarettenproduzenten - darunter Philip Morris und R. J. Reynolds - zu Strafgeldern von 145 Milliarden Dollar verurteilt haben, weil sie nach Ansicht der Richter die Gefahren des Rauchens bewusst verharmlost haben. Im Vergleich mit der Strafe von Miami - ungefähr das Bruttosozialprodukt von Polen - sind Steuerausfälle von zwei Milliarden Euro, welche die EU beklagt, fast so etwas wie Peanuts. Ob es im einen wie im anderen Fall letztlich zur Zahlung von Bußgeldern kommen wird, ist offen. Die Unternehmen werden versuchen, den Vorwurf der EU-Kommission an die Schmuggler weiterzugeben. Aber es zeigt sich: Das Ansehen der Branche ist - und das weltweit - so schlecht wie in kaum einem anderen Bereich. Die Tabakindustrie hat indessen keinen Grund zur Klage. Viel zu lange haben die Konzerne sich als Unschuldsbuben ausgegeben. Das rächt sich jetzt.

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