Politik : Zimmer kämpft um ihr Amt

PDS-Chefin heftig umstritten/ Gegenkandidatur heute erwartet

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Dresden/Berlin (rah/m.m.) Die innerparteilich in Bedrängnis geratene PDS-Chefin Gabi Zimmer kämpft weiter um ihr Amt. Vor Journalisten in Dresden sagte Zimmer am Montagabend, sie erhebe den Anspruch, aus der Niederlage heraus der Partei die Chance für einen Neuaufbruch zu bieten. Voraussichtlich an diesem Mittwoch wird sich ein Gegenkandidat erklären, erfuhr der Tagesspiegel am Dienstag aus der Parteiführung.

Die zunächst gehandelte Petra Pau ist zu einer Gegenkandidatur aber nicht bereit. Zuletzt im Gespräch waren die sachsen-anhaltinische Fraktionschefin Petra Sitte, der ehemalige Geschäftsführer der PDS-Bundestagsfraktion, Rolf Kutzmutz sowie Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch. Bartsch forderte einen „radikalen Neuanfang“, der mit Zimmer nicht zu machen sei. Der scheidende Fraktionschef Roland Claus hält sich dem Vernehmen nach eine Kandidatur für das Amt des Bundesgeschäftsführers unter einer Vorsitzenden Zimmer offen. Batsch hingegen hatte zuvor bereits erklärt, dass er bei einer Wiederwahl von Zimmer nicht erneut kandidieren werde.

Ein von Zimmer vorgelegter Initiativantrag, der am Wochenende keine Mehrheit im Vorstand gefunden hatte, soll an diesem Mittwoch erneut Gegenstand von Vorstandsberatungen sein – in überarbeiteter Form. Sie halte das, was sie zu Papier gebracht habe, für tragfähig, sagte Zimmer. Sollte ihr der Vorstand die Gefolgschaft verweigern, wolle sie für ihren Antrag „werben gehen“.

Hinter Zimmer stehen die Landesverbände Sachsen und Thüringen. Aus fast allen anderen Ländern wird Kritik laut. Die seit zwei Jahren amtierende Parteichefin wollte die Chancen auf ihre Wiederwahl selbst nicht einschätzen. Sie habe nicht durchgezählt, wo welche Stimmen herkommen könnten, sagte Zimmer. Die frühere Vize-Parteichefin Angela Marquardt sagte dem Tagesspiegel, eine Wiederwahl Zimmers wäre „das Zeichen für ein Weiter-so“.

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