Zivile Atomenergie : USA und Russland vereinbaren Zusammenarbeit

Einst waren sie rivalisierende Atommächte - jetzt wollen sie zusammenarbeiten. Die USA und Russland haben sich auf eine Kooperation bei der zivilen Atomenergie verständigt. Mit der Vereinbarung soll auch die Verbreitung von Nuklearwaffen unterbunden werden.

MoskauBei einer Zeremonie am Dienstag in  Moskau unterzeichneten der US-Botschafter in Russland, William  Burns, und der Chef der russischen Atomenergiebehörde Rosatom,  Sergej Kirijenko, ein entsprechendes Abkommen. Der Vertrag erlaubt den wechselseitigen Handel mit Atomtechnologie und -material sowie die enge Kooperation von Unternehmen aus beiden Ländern im Atombereich. Das Abkommen zielt nach US-Angaben darauf, die friedliche Nutzung der Atomenergie zu fördern und die Verbreitung von Atomwaffen zu unterbinden.
  
Burns sprach nach der Unterzeichnung von einem "wichtigen Schritt für beide Länder". Einst seien die USA und Russland Rivalen im Atombereich gewesen, heute seien sie Partner. Kirijenko sagte, das Abkommen eröffne "große geschäftliche Möglichkeiten". Das  Abkommen sieht nach Angaben der US-Botschaft in Moskau eine Kooperation auf dem weltweiten Nuklearmarkt vor, um einerseits den Export von sicherer Reaktortechnologie und Brennstoff zu gewährleisten und andererseits die Verbreitung von Atomwaffen zu
unterbinden.
  
Verhandlungen seit 2006

Washington und Moskau, die sich während des Kalten Kriegs ein atomares Wettrüsten geliefert hatten, hatten im Oktober 2006 ihre Verhandlungen über die Zusammenarbeit im zivilen Atomsektor begonnen. US-Präsident George W. Bush und der russische Staatschef
Wladimir Putin erzielten nach Angaben der Botschaft bei ihrem Treffen im vergangenen Jahr in Kennebunkport eine Einigung und bekräftigten sie im vergangenen Monat bei ihren Gesprächen in Sotschi.

Die USA hatten im August 2007 bereits mit der Atommacht Indien eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit im zivilen Atomsektor getroffen. Das Abkommen ermöglicht es Indien, zivile Nukleartechnik in den USA einzukaufen, obwohl das asiatische Land selbst  Atomwaffen besitzt und den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet hat. (mfa/AFP)

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