Politik : Zivilisten sterben bei Nato-Angriff

Kabul - Bei einem Nato-Luftangriff in Afghanistan sind am Sonntag mehrere Zivilisten getötet worden. Ein örtlicher Behördenvertreter sprach von acht getöteten und acht verletzten Frauen bei dem Bombardement östlich der Hauptstadt Kabul.

Ein Sprecher der internationalen Afghanistantruppe Isaf bestätigte den Luftangriff in der Provinz Laghman und sprach von fünf bis acht getöteten Zivilisten. Er bedauerte den Vorfall. Der Angriff habe Aufständischen in der Region gegolten. Zivile Opfer bei Nato-Angriffen schüren immer wieder den Zorn der afghanischen Bevölkerung auf die ausländischen Streitkräfte. Präsident Hamid Karsai hatte die Isaf mehrmals vehement aufgefordert, zivile Opfer zu vermeiden.

Ein Sprecher der Provinzregierung kritisierte, der Einsatz in Laghman sei nicht mit den afghanischen Sicherheitskräften abgesprochen gewesen. Die Frauen sollen zum Holzsammeln in den Bergen unterwegs gewesen sein. In der Provinzhauptstadt Mihtarlam skandierten später Dutzende Männer an den Särgen einiger Frauen „Tod den USA, Tod den Juden“.

In der Nacht zum Samstag hatten laut Isaf 15 in US-Uniformen gekleidete Taliban-Kämpfer die Basis Camp Bastion in der südlichen Unruheprovinz Helmand angegriffen. Ein Taliban-Sprecher sagte inzwischen, der Angriff habe nicht dem im Camp stationierten britischen Prinzen Harry gegolten. Er sprach von einem Racheakt für das Schmähvideo. AFP

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