Zu selbstbewusst : Innenminister de Maizière trennt sich von Staatssekretär Hanning

Warum der frühere BND-Chef August Hanning sein Amt als Staatssekretär unter dem neuen Innenminister Thomas de Maizière aufgeben muss.

Frank Jansen
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August Hanning.Foto: dpa

Er gilt als einer der erfahrensten Sicherheitsexperten der Bundesrepublik, dennoch ist nun der Abschied in den vorzeitigen Ruhestand unausweichlich. August Hanning muss den Posten des beamteten Staatssekretärs im Bundesinnenministerium abgeben, obwohl der 63-jährige Jurist der Pensionierung schon ziemlich nahe ist. Der neue Minister Thomas de Maizière (CDU) komme mit dem sehr selbstbewusst auftretenden Hanning nicht zurecht, hieß es am Freitag in Regierungskreisen. Hanning hatte unter de Maizières Vorgänger Wolfgang Schäuble (CDU) vor allem bei der Bekämpfung des islamistischen Terrors den Ton angegeben. Dazu war er als früherer Präsident des Bundesnachrichtendienstes auch fachlich befähigt, doch in den Sicherheitsbehörden war mehrmals halblaute Kritik an seinem Auftreten zu hören.

Der parteilose Hanning hatte im Kanzleramt die Arbeit der Geheimdienste koordiniert, bevor er 1998 die Leitung des BND übernahm und die mit Affären belastete Behörde zu reformieren versuchte. In Hannings Amtszeit wurde gegen den Widerstand vieler Mitarbeiter der Umzug des BND vom bayerischen Pullach nach Berlin beschlossen.

Als möglicher Nachfolger im Amt des Staatssekretärs wird der Geheimdienstkoordinator im Kanzleramt, Klaus-Dieter Fritsche (CSU), genannt. De Maizière war bis zum Oktober Chef des Kanzleramts und hat mit Fritsche harmonisch zusammengearbeitet.

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