Zufahrtswege Auschwitz : "Wir hätten bombardieren sollen"

Mehr als sechs Jahrzehnte nach Ende des Holocausts hat US-Präsident Bush Fehler der damaligen US-Regierung eingeräumt. Bei der Besichtigung einer Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem soll er mehrmals den Tränen nahe gewesen sein.

Bush
US-Präsident Bush beim Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem in Jerusalem. -Foto: dpa

JerusalemWährend einer Führung durch die Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem in Jerusalem habe George W. Bush Außenministerin Condoleezza Rice gefragt, warum die USA während des Zweiten Weltkrieges nicht die Zufahrtswege zum Konzentrationslager Auschwitz zerstört hätten, sagte der Vorsitzende des Holocaust-Zentrums Avner Schalevm. "Wir hätten bombardieren sollen", um das Töten zu beenden, habe Bush gesagt.

Zuvor hatte sich der Präsident Luftaufnahmen des Konzentrationslagers angesehen, die damals aus US-Flugzeugen gemacht wurden. Das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau war das größte deutsche Vernichtungslager während der NS-Zeit, dort kamen nach Schätzungen 1,1 bis 1,5 Millionen Menschen ums Leben.

Während der einstündigen Führung durch Jad Vaschem sei Bush zwei Mal den Tränen nahe gewesen, sagte Schalev. In einer kurzen Rede rief der US-Präsident dann zu mehr Zivilcourage gegen Gewalt und Verbrechen gegen die Menschlichkeit auf. Die Holocaust-Gedenkstätte sei eine ernüchternde Erinnerung, dass "das Übel" noch existiere und dass man dagegen Widerstand leisten müsse. Die Holocaust-Gedenkstätte sei als lebendige Erinnerung sehr wichtig.

Bush besucht arabische Staaten

Inzwischen ist Bush heute in Kuwait eingetroffen. Es ist die erste Station seiner Reise durch fünf arabische Staaten. Im Vordergrund der politischen Gespräche des Präsidenten sollen unter anderem Iran, der israelisch-palästinensische Friedensprozess sowie das Schicksal von vier kuwaitischen Bürgern stehen, die als mutmaßliche Terroristen im US-Gefangenenlager Guantánamo Bay festgehalten werden. Bush will außerdem einen amerikanischen Truppenstützpunkt in Kuwait besuchen, wo etwa 15.000 US-Soldaten stationiert sind. (imo/dpa)

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