Politik : Zur Liste des American Jewish Committee

Das American Jewish Committee hat am Dienstag folgende Liste veröffentlicht, die der Tagesspiegel dokumentiert, ohne dadurch direkte Rechtsansprüche abzuleiten: "Die nachfolgende Liste von Unternehmen besteht aus zwei Kategorien: Unternehmen, die während des Dritten Reichs Zwangs- und Sklavenarbeiter anforderten, und nach wie vor tätige Unternehmen mit einer Firmierung, die so ähnlich ist, dass davon ausgegangen werden kann, dass es sich um das gleiche Unternehmen handelt. Das American Jewish Committee (AJC) behauptet nicht, dass es irgendeine rechtliche Verbindung zwischen der historischen und der aktuellen Liste von Unternehmen gibt. Das AJC weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Liste als öffentlicher Beitrag zu einer breiteren Debatte über das Thema des Arbeitssystems während der Nazizeit dienen soll. Sie verfolgt nicht das Ziel, bestimmte Unternehmen zu verurteilen.

Die Quelle für die historischen Daten ist das Buch Catalogue of Camps and Prisons in Germany and the German-Occupied Territories, veröffentlicht im Juli 1949 durch den International Tracing Service (ITS) in Arolsen und wieder aufgelegt 1990 von Martin Weinmann unter dem Titel Das nationalsozialistische Lagersystem, Verlag Zweitausendeins: Frankfurt 1990. Die Quellen für nach wie vor tätige Unternehmen sind zwei führende Verzeichnisse deutscher Unternehmen, Mittelständische Unternehmen 1999, Bd. 1-3, Verlag Hoppenstedt: Darmstadt 1999 und Handbuch der Großunternehmen 1999, Bd. 1-2, Verlag Hoppenstedt: Darmstadt 1999.

Die Recherchen des ITS in Arolsen dienten der Suche nach Vermissten. Sie waren nicht dazu bestimmt, ein vollständiges historisches Dokument über alle Standorte, an denen Zwangs- und Sklavenarbeiter eingesetzt wurden, zu erstellen. Diese Liste sollte deshalb nur als Anfang einer Zusammenstellung von nach wie vor tätigen deutschen Unternehmen, die Zwangs- und Sklavenarbeiter beschäftigten, dienen.

Das American Jewish Committee fordert alle Unternehmen auf der Liste dringend auf, sich dem zentralen Entschädigungsfonds für Zwangs- und Sklavenarbeiter anzuschließen. Darüber hinaus appellieren wir an alle Unternehmen, unabhängig von ihrem Gründungsdatum oder ihren Aktivitäten während der Nazizeit, dem Fonds beizutreten, den die Bundesregierung als moralische, historische und politische Verantwortung der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft bezeichnet hat."

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