Politik : ZUR PERSON

GEZEICHNET

Ein schlichter Aufenthaltsraum in einem Berliner Krankenhaus. Durch die Tür tritt der 80-jährige Günter Schabowski. Der Verkünder der Nachricht, die 1989 den Mauerfall bedeutete und das Ende der DDR einleitete, ist wegen seiner Erkrankung geschwächt. Doch sobald er spricht, ist er bewegt, leidenschaftlich, der schnoddrige Berliner Dialekt dringt mitunter durch. Es ist, trotz ungezählter Anfragen aus aller Welt, das einzige längere Interview zum 9. November, das Schabowski einer Zeitung gibt.

GEWENDET

Der Mann, der einst versuchte, die Macht der SED zu retten, und das Gegenteil bewirkte, hat mit seiner Partei und der DDR abgeschlossen. Seine Abkehr ist rigoros – aus dem überzeugten Kommunisten ist ein entschiedener Antikommunist geworden. Das bringt ihm nicht nur Sympathie ein. Aber er habe, sagt er, aus seinen Erfahrungen keine andere Konsequenz ziehen können.

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