Politik : Zusatzrente kaum gefragt

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Berlin. Arbeitsminister Walter Riester (SPD) sieht trotz aller Kritik aus der Opposition „die Weichen richtig gestellt“ für die zusätzliche Altersvorsorge.

In den ersten drei Monaten dieses Jahres seien zwei Millionen Verträge für die private Riester-Rente abgeschlossen worden. Das sind allerdings nur sechs Prozent der rund 32 Millionen förderberechtigten Menschen. „Für die kurze Anlaufzeit ist das beachtlich“, rechtfertigte sich Riester. In der Bevölkerung herrsche allerdings noch nicht die erforderliche Klarheit darüber, dass eine private Vorsorge als Ergänzung zu der gesetzliche Rente notwendig sei.

Für die zweite Jahreshälfte erwartet der Arbeitsminister einen „breiten Schub“ vor allem in der betrieblichen Altersvorsorge. In den nächsten drei bis fünf Jahren rechnet er damit, dass etwa zwei Drittel der gut 30 Millionen Beschäftigten in Deutschland eine staatliche geförderte Zusatzrente abschließen werden.

In der Praxis spielt die zusätzliche betriebliche Altersvorsorge noch keine große Rolle, weil viele Produkte noch nicht genehmigt sind. Nach Angaben des Arbeitsministeriums sind zehn große Pensionsfonds schon zugelassen, elf weitere sollen voraussichtlich in diesem Monat das grüne Licht von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht bekommen.

Derzeit gebe es bereits 150 Tarifverträge für mehr als 16 Millionen Arbeitnehmer, die eine Betriebsrente ermöglichen. Pensionsfonds, Pensionskassen und Direktversicherungen gelten als lukrative Alternative zu den privaten Riester-Verträgen.

Der Arbeitsminister wollte nicht ausschließen, dass es in den ersten fünf Monaten auch Stornierungen von Riester-Verträgen gegeben habe. Genaue Zahlen lägen seinem Ministerium aber nicht vor, sagte Riester. Die Union spricht dagegen von 400 000 Stornierungen und bezeichnet die Riester-Rente als einen „Flop“. Cordula Eubel

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