Politik : Zuwanderung: Deutschland altert rascher

Nur Nettozuwanderung kann in Deutschland - wie auch in Italien und Schweden - ein Schrumpfen der Bevölkerung verhindern. Zu diesem Ergebnis kommt der Europäische Sozialreport 2001, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Die umfangreiche Studie gibt Auskunft über die soziale Lage in der Europäischen Union. Danach hat in Deutschland die Überalterung der Gesellschaft stärker als in anderen EU-Ländern bereits eingesetzt - mit Auswirkungen auf die sozialen Systeme. Dazu tragen weiter steigende Lebenserwartung in Verbindung mit unverändert niedrigen Geburtenziffern hauptsächlich bei.

Dem Report zufolge wurden in Deutschland 1999 EU-weit die meisten Asylanträge gestellt. Die höchsten Asylantragsquoten - bezogen auf die Gesamtbevölkerung - verzeichnete allerdings mit weitem Abstand Belgien. Bei den Sozialausgaben zeigt sich bei Deutschland zwischen 1990 und 1998 gegen den Trend ein Anstieg von 25,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf 29,3 Prozent im Jahr 1998. Im EU-Durchschnitt gab es seit 1993 einen Rückgang auf zuletzt 27,7 Prozent.

Fritz von Nordheim Nielsen von der EU-Generaldirektion für Bevölkerung und Soziales betonte, dass die Armutsrate in Deutschland eine der niedrigsten in der Union sei. Jedoch habe ein Fünftel der Bevölkerung fast das Fünffache an Einkommen als jene 20 Prozent der unteren Einkommensschichten. "Es gibt da große Unterschiede", sagte von Nordheim Nielsen. Dem Sozialreport zufolge war das Wachstum am Arbeitsmarkt in den Jahren 1995 bis 1999 in Deutschland eines der niedrigsten in der gesamten EU.

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