Politik : Zuwanderung führt zu mehr Einwohnern

Wiesbaden - Die Einwohnerzahl Deutschlands ist im dritten Jahr in Folge gestiegen. Knapp 80,8 Millionen Menschen lebten Ende 2013 nach vorläufigen Berechnungen in der Bundesrepublik. Ein Jahr zuvor waren es gut 80,5 Millionen. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte, wird das Plus etwa 250 000 betragen und geht auf die Zuwanderung zurück. Diese glich erneut das Geburtendefizit der Inländer aus, also die negative Differenz zwischen Geburten und Todesfällen.

Die Statistiker gehen davon aus, dass erstmals seit 20 Jahren gut 400 000 Menschen mehr zu- als weggezogen sind. Vor 20 Jahren hatte dieser Wanderungssaldo 462 000 betragen. Von den zugezogenen Ausländern stammten im ersten Halbjahr rund zwei Drittel aus der EU, Zahlen für das ganze Jahr gibt es noch nicht.

Das Bundeskabinett hat derweil die Arbeitsgruppe eingesetzt, die möglichen Missbrauch von Sozialleistungen durch Zuwanderer prüfen soll. Anlass ist der Beschluss der CSU-Landesgruppe im Bundestag, verstärkt gegen Armutszuwanderung vorzugehen. Der Arbeitsgruppe gehören nach Angaben aus Regierungskreisen Staatssekretäre von elf Ministerien sowie die Staatsministerin für Integration an. Die Runde soll darüber beraten, ob und wenn ja, welche Maßnahmen durch den Bund gegen einen möglichen Missbrauch ergriffen werden sollen. Damit reagiert die neue Regierung auch auf Wünsche vieler Kommunen nach einer stärkeren Bundeshilfe bei der Bewältigung einer verstärkten Zuwanderung. dpa/rtr

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