Zuwanderung : Koalition will Integrationskurse verbessern

Die Koalitions-Arbeitsgruppe zur Integration will die Einbürgerungskurse für Ausländer effizienter machen.

Berlin - Die Koalition will die 2005 mit dem Zuwanderungsgesetz erstmals eingeführten Integrationskurse deutlich verbessern. Die Stundenzahl soll bei Bedarf erhöht, die Förderung zielgenauer werden. Zudem werden Einstufungs- und Abschlusstest verbindlich vorgeschrieben. Dies kündigte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Peter Altmaier (CDU), an. Nach den bisherigen Erfahrungen konnten nur 45 Prozent der Kursteilnehmer ausreichende Deutschkenntnisse vermittelt werden. Über den erhöhten Geldbedarf machte Altmaier keine Angaben. Dies sei Sache der Haushaltsverhandlungen.

Altmaier und die Koalitionsabgeordneten Reinhard Grindel (CDU) und und Rüdiger Veit (SPD) stellten den Abschlussbericht der Arbeitsgruppe Integrationskurse vor. Die Verbesserungsvorschläge sollen Eingang in den Nationalen Integrationsplan finden, den Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Juli vorstellen will.

Kurse kosten 140 Millionen Euro

Für die Integrationskurse sind bisher etwa 1800 Träger zugelassen. In den Kursen werden in erster Linie Sprachkenntnisse, aber auch Grundkenntnisse der Gesellschaftsordnung Deutschlands vermittelt. Insgesamt wurden 360.000 Teilnahmeberechtigungen ausgestellt. Für die Kurse standen zuletzt 140 Millionen Euro im Jahr zur Verfügung.

Nach den Vorstellungen der Arbeitsgruppe soll das bisherige Kontingent von 600 Stunden bei Bedarf auf 900 Stunden erhöht werden. Als zentral bezeichnete es Grindel, vor allem auch die schon lange in Deutschland lebenden Ausländer mit erheblichen Sprach- und Integrationsdefiziten zu erreichen. Nach Beobachtung der Experten hindern oftmals Männer ihre Frauen an der Kursteilnahme.

Für Eltern- und Frauenkurse ist ein zusätzliches Modul von 300 Stunden vorgesehen. Für Teilnehmer, die nicht ausreichend lesen und schreiben können, soll ein Alphabetisierungskurs von 300 Stunden dem Integrationskurs vorgeschaltet werden. Ferner sind Kurse für die Integrationen ausländischer Jugendlicher geplant. Um den Erfolg zu erhöhen, sollen an den Kursen weniger als 25 Personen teilnehmen. (tso/dpa)

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