Politik : Zuwanderung: Mehrsprachig spielen

Robert Ide

Die deutschen Städte und Gemeinden haben ein Problem. In Vierteln, in denen viele Ausländer leben, sind Arbeitslosenquote und Kriminalitätsrate besonders hoch. Schuld ist die fehlende Integration: mangelnde berufliche Qualifizierungen junger Zuwanderer, schlechte Sprachkenntnisse vieler Eltern, kulturelle Barrieren auch der zweiten und dritten Generation. Was tun?, fragte sich der Städte- und Gemeindebund. Die Antwort steht in einem Verbandsbeschluss und lautet schlicht: Wir brauchen mehr Integration vor Ort. In dem Thesenpapier, das dem Tagesspiegel vorliegt, heißt es: "Die deutsche Sprache ist ein wesentlicher Schlüssel für die Integration." Deshalb müssten mehr Lehrer für "Deutsch als Fremdsprache" ausgebildet werden, schon in den Kindergärten müsse mehrsprachig gespielt werden. Integration ist aus Sicht des Verbandes eine "Gemeinschaftsaufgabe", sagt Vorstandsmitglied Gerd Landsberg. Die Finanzierung soll also nicht bei den Kommunen hängen bleiben. Die vom Bund eingeplanten 320 Millionen Mark für Sprachkurse würden nicht ausreichen. Nach Ansicht von Landsberg ist eine Milliarde Mark notwendig. Mit dieser Zahl wird jenes Problem angesprochen, das bei allen Kompromissvorschlägen zur Zuwanderung bisher zu kurz kam: Wer soll bezahlen, dass sich Deutschland als Einwanderungsland begreift?

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