Politik : Zwangsarbeiter-Entschädigung: Stuart Eizenstat - Der Mann für schwierige Fälle

Stuart Eizenstat gilt als Mann für schwierige oder gar aussichtslose Fälle. Seit vergangenem Jahr verhandelt der Vize-Finanzminister für die amerikanische Regierung die diffizile und für das verbündete Deutschland prekäre Frage der Entschädigung ehemaliger NS-Zwangsarbeiter.

Eizenstat wurde am 15. Januar 1943 in Chicago geboren und wuchs in Atlanta auf. Der gläubige Jude und Einser-Jurist gilt als Mustertyp eines Beamten - korrekt, pflichtgetreu und detailversessen. Er diente schon drei US-Präsidenten. Jimmy Carter holte ihn als innenpolitischen Berater an seine Seite. Oft schon wurde er in heikler Mission eingesetzt. Dem hageren, hoch gewachsenen Mann geht der Ruf voraus, als unermüdlicher Verhandler auch aus verfahrenen Situationen einen Ausweg zu finden. Tritt er in die Öffentlichkeit, verbirgt sein Gesicht jede innere Regung.

Von 1993 bis 1996 war er Botschafter in Brüssel, als es mit den Beziehungen der USA zur EU nicht immer zum Besten stand. 1997 rief ihn Clinton kurfristig aus Brüssel ab. Er brauchte ihn als "Feuerwehrmann" und übertrug ihm die Leitung der amerikanischen Delegation bei der bevorstehenden Klimakonferenz in Rio. Mit den dunklen Kapiteln der deutschen Vergangenheit war er schon mehrfach befasst. In der Schweiz spürte er dem von den Nazis geraubten Gold nach. Mit der Schweiz führte er Verhandlungen über das dorthin verbrachte Nazi-Gold. Er kümmerte sich um offene Vermögensfragen des Holocaust. Jetzt bekommt er Zeit für neue Einsätze.

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