Politik : Zwangsprostitution: Japan soll Entschädigung zahlen

Japans einstiger Kaiser Hirohito und der frühere Ministerpräsident Hideki Tojo müssen sich seit Freitag vor einem symbolischen Kriegsverbrechertribunal in Tokio verantworten. Sie sind gemeinsam mit ehemaligen hochrangigen Militärs angeklagt, für die Zwangsprostitution von mehr als 200 000 Frauen in der Kaiserlichen Armee Japans während des Zweiten Weltkrieges verantwortlich gewesen zu sein. Das Urteil, das keine rechtliche Bedeutung hat, soll am 12. Dezember verkündet werden.

Asiatische Frauen- und Menschenrechtsorganisationen haben das inoffizielle Gericht organisiert. Geleitet wird es von der Amerikanerin Gabrielle Kirk McDonald, die bereits dem UN-Kriegsverbrechertribunal für das frühere Jugoslawien in Den Haag vorstand. 75 ehemalige "Trostfrauen" sollen als Zeugen aussagen. Nach dem Willen der Anklage soll sich Japan bei den Frauen entschuldigen und die Opfer entschädigen.

Japan hat jeder der missbrauchten Frauen 27 000 Mark aus einem privaten Entschädigungsfonds angeboten, lehnt es aber ab, sich zu entschuldigen und will keine weiteren Zahlungen leisten. Erst am Mittwoch hatte ein japanisches Berufungsgericht eine entsprechende Klage ehemaliger philippinischer Zwangsprostituierter abgewiesen.

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