Politik : Zwei Ausländer in Kabul erschossen Bei dem Vorfall wird auch ein Afghane getötet

Kabul - Im Zentrum der afghanischen Hauptstadt Kabul sind zwei ausländische Mitarbeiter des deutschen Logistikkonzerns DHL sowie ein Afghane erschossen worden. DHL ist ein Tochterunternehmen der Deutschen Post. Aus afghanischen Polizeikreisen hieß es, die getöteten DHL-Mitarbeiter stammten aus Großbritannien und Südafrika. In Südafghanistan wurden derweil zwei Mitarbeiter einer Hilfsorganisation aus Bangladesch entführt. Im Osten des Landes verschleppten Unbekannte zwei Türken und ihren afghanischen Fahrer.

Nach Angaben der afghanischen Polizei wurden zwei weitere Menschen bei der Schießerei vor dem DHL-Büro in Kabul verletzt. Die Hintergründe der Tat seien unklar. Möglicherweise habe es zuvor Streit zwischen den ausländischen DHL-Mitarbeitern und afghanischen Wächtern gegeben, hieß es. In den vergangenen Wochen häuften sich in Kabul Übergriffe. Erst am Montag war eine britisch-südafrikanische Mitarbeiterin der Hilfsorganisation Serve Afghanistan auf offener Straße erschossen worden. Die beiden Täter entkamen auf einem Motorrad. Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu der Ermordung der 34-Jährigen.

Die Hilfsorganisation Brac aus Bangladesch teilte am Samstag mit, in der südafghanischen Provinz Ghasni seien zwei ihrer Mitarbeiter entführt worden. Wer die Helfer am Freitag verschleppt habe, sei bisher noch unklar. Brac hilft unter anderem beim Bau von Schulen und Kliniken. Die Organisation hat in Afghanistan rund 4700 Mitarbeiter, die meisten davon sind Einheimische.

Der Deutsche Bundeswehrverband begrüßte ausdrücklich, dass Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) bei der Trauerfeier für die zwei am Montag in Afghanistan getöteten deutsche Fallschirmjäger erstmals von „gefallenen Soldaten“ gesprochen hat. Die „neue Wortwahl“ stelle eine bedeutende politische Wende dar, sagte der Sprecher des Interessenverbandes der Soldaten, Wilfried Stolze, der „Rheinischen Post“. AFP

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