Politik : Zwei Euro im Monat für die Bürokratie?

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Während Union und SPD über die nächste Gesundheitsreform diskutieren, ist die jüngste Reform noch nicht unter Dach und Fach. Gestritten wird über die geplante Pflichtversicherung für den Zahnersatz. Sie ist nach Auffassung des Gesundheitsökonomen Karl Lauterbach ein teures „Bürokratiemonster“. Allein die Verwaltung werde bis zu einer Milliarde Euro verschlingen, warnte der Regierungsberater in der „Welt am Sonntag“. Er rechne damit, dass die Versicherung bis zu 8,50 Euro im Monat kostet. Wenigstens zwei Euro davon müsse jeder Versicherte für die zusätzliche Bürokratie zahlen. Besonders umstritten ist der Einzug der Beiträge bei mehr als 20 Millionen Rentnern und Arbeitslosen. Der Vorsitzende des AOK Bundesverbandes, Hans Jürgen Ahrens, sagte, dass die Mahnverfahren „weit teurer sind als ein Jahresbeitrag zur Zahnersatzversicherung“. Axel Reimann, Vizevorsitzender des Verbandes Deutscher Rentenversicherungsträger will die Beiträge nicht direkt einbehalten, weil viele das „fälschlich als Rentenkürzung verstehen könnten“. Dennoch hält die CDU-Vorsitzende Angela Merkel daran fest. Der „Neuen Ruhr/Rhein Zeitung“ sagte sie: „Ich rate uns allen, die Kompromisse jetzt nicht auseinander zu pflücken.“ ddp

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