Politik : Zwei KFOR-Soldaten getötet

PRISTINA/LONDON (rtr). Bei der Vorbereitung zur Vernichtung nicht explodierter Nato-Streubomben sind im Kosovo zwei britische Soldaten der internationalen Schutztruppe KFOR getötet worden. Ein Sprecher des britischen KFOR-Kontingents teilte am Dienstag in Pristina mit, zwei Zivilisten, bei denen es sich vermutlich um frühere Angehörige der Kosovo-Untergrundarmee UCK gehandelt habe, seien am Vortag bei der Explosion von Blindgängern ebenfalls ums Leben gekommen. Die beiden britischen Soldaten sind die ersten Toten der KFOR seit Beginn ihres Einsatzes in der südserbischen Albaner-Provinz vor anderthalb Wochen.

Der Sprecher sagte, bei den getöteten Soldaten handele es sich um Angehörige der Gurkha-Elite-Einheit. Das britische Kontingent sei zu einer Schule in dem 30 Kilometer westlich von Pristina gelegenen Dorf Orlate gerufen worden, um mehr als 100 nicht explodierte Streubomben zu beseitigen. Sie waren während der Nato-Luftangriffe auf jugoslawische Sicherheitskräfte im Kosovo abgeworfen und von der Bevölkerung sowie der UCK eingesammelt worden.

Der Kommandant der britischen Einheit habe entschieden, die Blindgänger auf ein Feld zu bringen und dort zu sprengen, sagte der Sprecher. Um die Wucht der kontrollierten Explosion zu mindern, seien die Bomben in drei Haufen aufgeteilt worden. Bei der Vorbereitung zur Zündung seien zwei der Haufen durch ein Mißgeschick explodiert. Ein britischer Offizier sagte zu Journalisten, durchschnittlich detonierten zehn Prozent der abgeworfenen Streubomben nicht.

Nach Schätzungen von Ian Clarke, einem britischen Minenräumexperten in Pristina, wird es noch drei bis fünf Jahre dauern, bis der größte Teil der Provinz "wenn schon nicht als sicher, dann doch als weniger risikoreich" bezeichnet werden könne. Diese zeitliche Einschätzung teilte auch der Minenbeauftragte der US-Regierung, Donald Steinberg. Ein großes Problem sind neben den Blindgängern vor allem Minen.

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