Zwei Millionen Vortragshonorare : Steinbrück macht sich unbeliebt

Die Debatte um seine millionenschweren Nebeneinkünfte werfen kein gutes Licht auf den SPD-Kanzlerkandidaten. Meinungsumfragen lassen ahnen: Steinbrück wird es im kommenden Wahlkampf schwer haben, gegen die Kanzlerin zu bestehen.

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Aber auch mit seinem Hobby gerät der Politiker dieses Jahr in die Schlagzeilen. Für ein privates Schachturnier hatte er 2006 als Bundesfinanzminister für Spendengelder in Millionenhöhe geworben. Auch wenn diese damals nicht gewährt wurden, sahen viele Kritiker einen Amtsmissbrauch in diesem Vorgehen.Weitere Bilder anzeigen
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02.10.2012 15:15Aber auch mit seinem Hobby gerät der Politiker dieses Jahr in die Schlagzeilen. Für ein privates Schachturnier hatte er 2006 als...

Die Diskussionen über die Nebeneinkünfte von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück reißen nicht ab. Angesichts seiner millionenschweren Vortragshonorare fällt der designierte Kanzlerkandidat der SPD, Peer Steinbrück, in der Wählergunst zurück und gerät auch in seiner eigenen Partei zunehmend unter Druck. Laut einer Erhebung von TNS Emnid für die Magazine „Focus“ und „Superillu“ halten die Bundesbürger Angela Merkel (CDU) für sympathischer und durchsetzungsfähiger, für glaubwürdiger und in vielen Bereichen auch für kompetenter als Steinbrück. In der Kanzlerfrage hat Merkel den Abstand ausgebaut. Wollten Ende September im Fall einer Direktwahl noch 46 Prozent der Befragten für Merkel und 37 Prozent für Steinbrück stimmen, würden jetzt 51 Prozent der CDU-Chefin und 26 Prozent dem SPD-Politiker ihre Stimme geben. Im Osten kann Merkel mit 60 Prozent, Steinbrück nur mit 18 Prozent rechnen.

Bei der SPD-Linken stoßen die Nebeneinkünfte des 65-Jährigen auf Kritik. „Keiner ist froh über die Debatte um Steinbrücks Honorare und Nebentätigkeiten“, sagte die Vorsitzende der Demokratischen Linken in der SPD, Hilde Mattheis. „Es geht um hohe Summen. Wenn sich die SPD als Partei der sozialen Gerechtigkeit mit so einer Debatte herumschlagen muss, dann ist das für uns natürlich schwierig.“„Ich finde, es gehört sich nicht“, sagte die baden-württembergische SPD-Landesvize und Verdi-Vorsitzende Leni Breymaier. Es sei „ohne Instinkt“ zu sagen, Vorträge unter anderem bei Banken, Versicherungen und Verbänden würden nun mal honoriert. „Das ist nicht die Antwort, die man darauf geben könnte.“

Die Gewerkschafterin findet es nicht überzeugend, wenn Steinbrück argumentiere, solche Reden gehörten zum Kerngeschäft eines Politikers. „Für das Kerngeschäft wird er als Abgeordneter ja ordentlich bezahlt.“ Breymaier vermisst bei Steinbrück ein Fingerspitzengefühl für die finanziellen Dimensionen. Wenn der Ex-Finanzminister einen Vortrag halte, bekomme er ungefähr so viel Geld, wie ein Arbeitnehmer im Jahr, der einen Mindestlohn erhält. „Was steht da für eine Leistung dahinter?“

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