Politik : Zwei US-Soldaten sterben bei Absturz über Albanien

BRÜSSEL (rtr).Beim Militäreinsatz der Nordatlantischen Allianz gegen Jugoslawien hat es erstmals Tote auf seiten des Bündnisses gegeben.Die amerikanische Armee teilte am Mittwoch mit, beim Absturz eines Kampfhubschraubers des Typs "Apache" während eines Übungsfluges seien in der Nacht in Albanien der Pilot und der Bordschütze ums Leben gekommen.Der Helikopter sei in einem großen Feuerball aufgegangen, als Teile der Munition explodiert seien.

Der Hubschrauber vom Typ AH-64 befand sich noch nicht im Kampfeinsatz gegen jugoslawische Armee-Einheiten und Milizen.Nach den Armee-Angaben stürzte der Helikopter in der Nacht zum Mittwoch um 1 Uhr 30 aus ungeklärter Ursache ab.Die Maschine befand sich auf einem Übungsflug rund 75 Kilometer nordöstlich des Militärflughafens Rinas-Tirana.Hinweise auf einen feindlichen Beschuß lagen nicht vor, sagte ein Sprecher des militärischen NATO-Hauptquartiers im belgischen Mons.

Möglicherweise seien die beiden US-Piloten mit ihrem Hubschrauber in eine Stromleitung geraten.Die Ursache für den Absturz des Kampfhubschraubers werde noch geprüft, sagte Major Mark Biron vom Kommando der US-Armee in Stuttgart.

Insgesamt waren erst kürzlich 23 Apache-Hubschrauber nach Albanien verlegt worden, um serbische Panzer und Bodentruppen im Kosovo wirksamer bekämpfen zu können.Ein erster Helikopter war am vergangenen Montag bei einem Routineflug abgestürzt.Die zweiköpfige Besatzung hatte sich retten können.

Es ist die zweite Maschine dieses Typs, die bei einer Übung in Albanien verunglückte.Die panzerbrechenden Kampfhubschrauber waren im April aus Deutschland nach Tirana verlegt worden.Militärexperten bezeichnen den AH-64 als eine der gefährlichsten Waffen, die derzeit in niedriger Höhe gegen Panzerfahrzeuge und Infanterie eingesetzt werden könnten.

Allerdings stellten Panzerfäuste und Gewehrfeuer eine Gefahr für die Hubschrauber dar.Einige Militärexperten gehen davon aus, daß die USA die "Apaches" aus Furcht vor Abschüssen bisher nicht einsetzten.

Am Mittwoch morgen sagte Präsident Bill Clinton in seiner Rede vor amerikanischen Soldaten in Spangdahlem: "Ihr wißt, daß wir gestern zwei tapfere Amerikaner verloren haben.Wir sind in Gedanken bei ihren Eltern und beten für sie." Auch an die Soldaten selbst wandte er sich: "Wir danken euch allen für euren Dienst und für euer Opfer", sagte Clinton.

Verteidigungsminister William Cohen verwies in einer kurzen Ansprache auf dem Stützpunkt Spangdahlem darauf, das Wetter und das Terrain, über dem sich die Maschine befand, seien schwierig gewesen.Eine solche Mission sei "nie risikolos"."Wir haben das amerikanische Volk auf Opfer vorbereitet."

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