Zweite Nacht in Folge : Krawalle in Belfast

In Irland ist es die zweite Nacht in Folge zu schweren Krawallen zwischen Katholiken und Protestanten gekommen. Ein Fotograf wurde am Bein angeschossen.

Kaveh Kooroshy
In Nordirland ist es zu schweren Unruhen gekommen. Die Krawalle fanden die zweite Nacht in Folge statt. Dienstagabend waren laut Polizei rund 700 Menschen an den Auseinandersetzungen beteiligt. Die Nacht zuvor waren es 500 Menschen gewesen. Foto: AFPAlle Bilder anzeigen
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22.06.2011 11:50In Nordirland ist es zu schweren Unruhen gekommen. Die Krawalle fanden die zweite Nacht in Folge statt. Dienstagabend waren laut...

Zwischen Katholiken und Protestanten ist es Dienstagnacht erneut zu schweren Auseinandersetzungen gekommen. Im protestantischen Osten von Belfast versammelten sich nach Polizeiangaben rund 700 Menschen und warfen Molotowcocktails und Steine. Bei den Krawallen fielen auch Schüsse. Ein Pressefotograf wurde angeschossen. Die Schusswunde am Bein musste im Krankenhaus behandelt werden. Zwei weitere Menschen erlitten Verbrennungen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort und setzte dabei auch Wasserwerfer ein.

Bereits in der Nacht zuvor lieferten sich in dem Viertel etwa 500 Menschen der beiden verschiedenen Konfessionen Straßenschlachten. Die Polizei sprach von den schwersten Krawallen in Nordirland seit Jahren. Die Unruhen wurden ersten Erkenntnissen zufolge von Mitgliedern der paramilitärischen Gruppe UVF (Ulster Volunteer Force) begonnen. Die UVF hatte im Zuge des nordirischen Friedenprozesses eigentlich die Waffen niedergelegt und sich zum Gewaltverzicht bereiterklärt. Es sei enttäuschend, dass der seit Jahren erfolgreich laufende Friedensprozess immer wieder von einigen wenigen gestört werde, sagte der nordirische Ministerpräsident Peter Robinson.

In dem Viertel, in dem mehrheitlich Protestanten wohnen, lebt auch eine Minderheit Katholiken. Die Katholiken fordern eine Abspaltung Nordirlands von Großbritannien und eine Eingliederung der Region in das unabhängige Irland. Gewaltbereite Protestanten kämpfen für einen Verbleib im Vereinigten Königreich Großbritannien.

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