Zweite Schneiderhan-Vernehmung : Kundus-Ausschuss kann Widersprüche nicht klären

In der Kundus-Affäre bleiben die Hintergründe der Entlassung von zwei Spitzenberatern durch Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) auch nach der zweiten Vernehmung von Wolfgang Schneiderhan unklar.

Berlin - In der Kundus-Affäre bleiben die Hintergründe der Entlassung von zwei Spitzenberatern durch Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) unklar. Auch die zweite Vernehmung des von Guttenberg aus dem Amt gedrängten Generalinspekteurs Wolfgang Schneiderhan im Untersuchungsausschuss konnte Widersprüche nicht auflösen.

Der ehemals ranghöchste Bundeswehrsoldat wies am Mittwoch erneut den Vorwurf zurück, er habe dem Minister bewusst wichtige Informationen vorenthalten. Guttenberg hatte fehlende Auskünfte seiner Berater dafür verantwortlich gemacht, dass er das verheerende Bombardement von Kundus in Afghanistan zunächst als „militärisch angemessen“ gewertet hatte. Der CSU-Politiker korrigierte sich später und entließ Schneiderhan und Staatssekretär Peter Wichert. Auch Wichert verwahrte sich vor dem Ausschuss gegen Vertuschungsvorwürfe.

Der Untersuchungsausschuss befasst sich mit dem Luftangriff auf zwei von Taliban gekaperte Tanklaster. Dabei wurden am 4. September 2009 nach jüngsten Erkenntnissen der Bundeswehr 91 Menschen getötet und elf verletzt. Die Opposition will zahlreiche weitere Zeugen laden, darunter Kanzlerin Angela Merkel und Innenminister Thomas de Maizière (beide CDU). Die Koalition wird im Gegenzug voraussichtlich den SPD-Fraktionschef und früheren Außenminister Frank-Walter Steinmeier laden lassen. (dpa)

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