Zweite TV-Debatte : Britischer Wahlkampf wird aggressiv

Der unentschiedene Ausgang der zweiten TV-Debatte am Donnerstagabend hat den britischen Wahlkampf noch härter gemacht. In der Debatte gelang es den Chefs der beiden großen Parteien, Tory David Cameron und LabourChef Gordon Brown, wieder nicht, den Aufstieg des Liberaldemokraten Nick Clegg zu bremsen.

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London - Premier Brown belegte in den Umfragen zu der Sendung erneut nur den dritten Platz. „Dies ist die unvorhersehbarste Wahl seit einer Generation“, so Clegg, dessen Liberaldemokraten seit seinem Durchbruch in der ersten TV-Debatte vor über einer Woche 10 Prozentpunkte in den Umfragen zulegten.

Nun haben schlechte Wachstumsdaten den Wahlkampf für Brown noch schwerer gemacht. Die britische Wirtschaft wuchs im ersten Quartal nur um 0,2 Prozent. „Eine schwache Wirtschaftserholung ohne Jobs von einer schwachen Regierung“, sagte Tory-Finanzsprecher George Osborne. Brown wiederholte seine Warnungen, die Tories würden mit Sparmaßnahmen den Aufschwung zerstören. In der schärfsten Kontroverse in der Fernsehdebatte hatte Tory-Chef Cameron dem Premier vorgeworfen, „Lügen“ über geplante Sparmaßnahmen der Tories gegen Rentner zu verbreiten und einen Wahlkampf der „Furcht“ zu führen. Vor der TV-Debatte hatten Tory-Zeitungen einen alten Artikel ausgegraben, in dem Clegg den Briten 2002 Überheblichkeit vorgeworfen und geschrieben hatte, ihre Herablassung sei ein „schwereres Kreuz als die Nazi-Vergangenheit der Deutschen“.

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