Politik : Zwischen Desinteresse und Pflicht

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Die Wahlbeteiligung bei den Europawahlen ist regelmäßig eher gering. Europaweit wird diesmal eine Beteiligung von rund 49 Pro zent erwartet. In Deutschland gingen 1994 noch 60 Prozent wählen, 1999 waren es nur noch 45 Prozent. Am Sonntag werden einer Umfrage des Instituts Eos Gallup Europe zufolge wieder nur etwa die Hälfte aller Deutschen an die Urne gehen. Prominente wie der Journalist Peter SchollLatour oder die Sängerin Yvonne Catterfeld sollen noch mehr Menschen mobilisieren. „Wählen gehen“, fordern sie in Fernsehspots und auf Plakaten. Finanziert wurde die überparteiliche Wahlwerbung vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung und dem Europäischen Parlament.

Eine ähnliche Imagepflege täte wohl auch in Tschechien Not: Nur 23 Prozent der Wahlberechtigten dort wollen laut Umfrage bei der Europawahl ihre Stimme abgeben. Auch die Slowaken (26 Prozent), Schweden (32 Prozent) und Polen (33 Prozent) zeigen sich besonders desinteressiert. Trotzdem wird auch aus diesen Ländern jede Stimme berücksichtigt, denn eine Mindestbeteiligung gibt es für die Europawahl nicht.

Die höchste Wahlbeteiligung aller 25 EU-Länder weisen traditionell Belgien und Luxemburg auf. In beiden Ländern werden jeweils mehr als 70 Prozent der Bürger zur Abstimmung erwartet. In beiden Staaten herrscht Wahlpflicht . Wer nicht an die Urne kommt, muss in Belgien mit einem Bußgeld von bis zu 1000 Euro rechnen. gar

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