Zwischenfall an der Grenze : Israelische Soldaten bei Beschuss aus Ägypten verletzt

Mit Gewehren und einer Panzerfaust sind israelische Grenzer aus dem ägyptischen Sinai angegriffen worden. Zwei von ihnen wurden verletzt.

Eine israelische Grenzpatrouille ist nahe der israelisch-ägyptischen Grenze angegriffen worden.
Eine israelische Grenzpatrouille ist nahe der israelisch-ägyptischen Grenze angegriffen worden.Foto: dpa

Israelische Soldaten sind am Mittwoch von der ägyptischen Halbinsel Sinai aus über die Grenze hinweg beschossen worden. Wie Armeesprecher Peter Lerner in einer Telefonkonferenz mitteilte, wurde ein Patrouillenfahrzeug mit Gewehren und einer Panzerfaust angegriffen. Der Zwischenfall habe sich nahe der Gemeinde Esus zugetragen, die rund 60 Kilometer südlich des Gazastreifens liegt. Ein Soldat und eine Soldatin erlitten demnach leichte bis mittelschwere Verletzungen. Fünf weitere Soldaten wurden verletzt, als ihr Jeep umstürzte, mit dem sie zum Ort des Angriffs eilen wollten.

Die israelische Armee mobilisierte weitere Truppenteile, um sicherzustellen, dass keine Angreifer über die Grenze gelangt waren. Die Einwohner des Dorfs Esus wurden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben.

Die streng bewachte Grenze Israels nach Ägypten ist durch hohe Zäune gesichert, um afrikanische Flüchtlinge und feindliche Kämpfer am Eindringen zu hindern. Dort ereignen sich immer wieder bewaffnete Zwischenfälle mit Islamisten, die auf dem Sinai aktiv sind, oder mit Schmugglern. Zuletzt wurde im September 2012 ein israelischer Soldat vom Sinai aus erschossen. Zuvor starben im gleichen Jahr auch ein Zivilist und zwei Schmuggler bei Schusswechseln nahe der Grenze.

EU erhöht Druck auf Israel

Im Dauerkonflikt zwischen Israelis und Palästinensern hat die EU derweil den Druck auf Israel erhöht, die Zwei-Staaten-Lösung voranzutreiben. Die israelische Zeitung „Haaretz“ veröffentlichte am Mittwoch ein entsprechendes internes EU-Dokument. In scharfen Worten lädt die EU darin Israel zu Gesprächen über den Erhalt der Zwei-Staaten-Lösung ein.

In dem Papier kritisiert die EU Israels Siedlungspolitik im Westjordanland und Ost-Jerusalem. Erst Ende September hatte Israel die endgültige Genehmigung für eine Erweiterung der Siedlung Givat Hamatos in Ost-Jerusalem erteilt. Solche Schritte könnten das Ergebnis von Friedensverhandlungen untergraben und die Spannungen verschärfen, heißt es in dem Dokument.

„Die EU findet, dass diese und andere Fragen zu den besetzen palästinensischen Gebieten gründlich zwischen der EU und IL (Israel) diskutiert werden müssten.“ Da die EU in den Aufbau des palästinensischen Staates investiere, sei dies eine „legitime Erwartung“. Man schlage deswegen zu diesen Punkten einen „regelmäßigen und strukturierten Dialog“ mit Israel vor.

Im israelischen Außenministerium sei man über die Ankündigung besorgt, schrieb „Haaretz“. Es werde befürchtet, die Gespräche könnten EU-Sanktionen gegen Israel nach sich ziehen. dpa/AFP

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