Politik : Zwischenfall vor Ehrung an der Brünner Masaryk-Universität

Bei ihrem Besuch in der mährischen Landeshauptstadt Brünn im Südosten der Tschechischen Republik ist US-Außenministerin Madeleine Albright am Montag mit Eiern beworfen worden. Ihr Sprecher Philip Reeker sagte, zwei Wurfgeschosse seien von den Leibwächtern zwar abgefangen worden. Eines der Eier sei dabei jedoch zerplatzt und der Inhalt zum Teil auf der Rückseite von Albrights Kostüm gelandet. Die amerikanische Delegation nahm den Zwischenfall jedoch mit Humor auf: "Wir sind zu früh fürs Frühstück aufgestanden, das hier sind unsere Frühstückseier", bemerkte Reeker. Die beiden jugendlichen Eierwerfer seien festgenommen worden. Offenbar gehörten sie zu einer "anti-amerikanischen Anarchistengruppe", so Reeker.

Die amerikanische Außenministerin hält sich zu einem dreitägigen Besuch in der Tschechischen Republik auf. Am Montagmorgen war sie von Prag aus für einen Tag nach Brünn geflogen, wo sie an der dortigen Tomas-Garrigue-Masaryk-Universität einen Vortrag über den Namenspatron der Hochschule und Begründer der ersten Tschechoslowakischen Republik hielt. Anschließend wurde sie für ihre "Verdienste auf dem Gebiet der Welt-Diplomatie" mit der "Großen Goldmedaille" der Universität geehrt.

Albright tritt am heutigen Dienstag in Prag als Ehrengast bei einer Feier zum 150. Geburtstag T. G. Masaryks auf. Neben der Enthüllung eines Denkmals für den 1937 verstorbenen Politiker in der Hauptstadt, wird am 7. März mit ähnlichen Festveranstaltungen in ganz Tschechien des ersten Präsidenten gedacht. Albright wurde 1937 als Tochter eines tschechischen Diplomaten geboren. Die Familie floh erst vor den Nazis nach England, nach dem kommunistischen Putsch von 1948 dann in die USA.

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben