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Zypern : Polizei räumt Kreuzfahrtschiff mit Flüchtlingen

Ein zyprisches Kreuzfahrtschiff hat am Donnerstag 345 Flüchtlinge aus Syrien vor dem Ertrinken gerettet. Daraufhin wollten die Menschen das Schiff nicht mehr verlassen - nun ist die Polizei eingeschritten.

Gerettete Flüchtlinge auf einem Kreuzfahrtschiff im Hafen der Stadt Limassol auf Zypern.
Gerettete Flüchtlinge auf einem Kreuzfahrtschiff im Hafen der Stadt Limassol auf Zypern.Foto: AFP

Die zyprische Polizei hat Hunderte Flüchtlinge aus Syrien dazu gezwungen, das Kreuzfahrtschiff „Salamis Filoxenia“ im Hafen von Limassol zu verlassen. Die Flüchtlinge waren am Donnerstag rund 50 Seemeilen südwestlich von Zypern bei starkem Seegang an Bord des zyprischen Schiffes genommen worden, nachdem ihr Kutter ein Notsignal gesendet hatte. Nach der Ankunft in Limassol weigerte sich die Mehrheit der Flüchtlinge, an Land zu gehen. Sie forderten, nach Italien gebracht zu werden, wie das staatliche zyprische Fernsehen am Freitag meldete. 

„Das ist das Dankeschön. Wir haben sie gerettet, gefüttert und jetzt wollen sie das Schiff nicht verlassen. Wir werden  ruiniert“, sagte ein Sprecher des Kreuzfahrtbetreibers im Rundfunk. Durch den Ausfall einer Kreuzfahrt am Freitag habe sein Unternehmen hunderttausende Euro verloren. Rund 300 russische Urlauber, die mit der "Salamis Filoxenia" am Donnerstagabend Richtung Israel hätten auslaufen sollen, wurden zunächst in Hotels in Limassol untergebracht.

In der Nacht zum Freitag liefen Verhandlungen mit den Geretteten. Im Hafen standen Ärzte, Krankenschwestern und Mitarbeiter des Roten Kreuzes bereit, um den Flüchtlingen zu helfen. Eine Passagierin des Kreuzfahrtschiffs berichtete, die Flüchtlinge seien nach eigenen Angaben von Syrien gestartet und drei Tage auf See gewesen. Der Kapitän habe das Flüchtlingsboot im Stich gelassen. Zypern liegt nur rund 100 Kilometer von der syrischen Küste entfernt.

Die zahlreichen Konflikte im Nahen Osten sowie in Ost- und Zentralafrika haben 2014 eine beispiellose Zahl von Menschen in die Flucht getrieben Seit Jahresbeginn kamen nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration bereits etwa 3000 Menschen bei ihrer Flucht über das Mittelmeer ums Leben. (dpa/AFP)

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