Zypern-Streit : CSU und FDP drohen Ankara

Nach dem Ultimatum der EU-Ratspräsidentschaft in der Zypern-Frage drohen auch deutsche Politiker der Türkei mit Konsequenzen. Der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Ingo Friedrich, erwartet eine vorläufige Pause in den Beitrittsverhandlungen.

Berlin - Sollte die Türkei das EU-Mitgliedsland Zypern nicht bis zum bevorstehenden EU-Gipfel anerkennen, müssten die Gespräche zunächst suspendiert werden, sagte der CSU-Vize im RBB-Inforadio. "Das bedeutet im Klartext, dass der Weg, wie er bisher eingeschlagen wurde, so nicht weitergegangen werden kann", betonte Friedrich.

Die Europäische Union hatte zuvor der Türkei im Zypern-Streit ein Ultimatum gestellt. Ankara müsse in der kommenden Woche Häfen und Flughäfen auch für Schiffe und Flugzeuge aus Zypern öffnen, wenn die Beitrittsverhandlungen mit der EU wie bisher fortgesetzt werden sollten.

Auch der FDP-Außenexperte Werner Hoyer sagte, wenn die Türkei das so genannte Ankara-Protokoll nicht umsetze, müsse der Europäische Rat über Konsequenzen für die Beitrittsverhandlungen nachdenken. "Diese sollten dann zwar nicht abgebrochen, aber eingefroren werden, indem bis auf weiteres keine neuen Verhandlungskapitel eröffnet werden", betonte der Fraktionsvize. (tso/AFP)

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