Zypern-Streit : Türkei ist offen "für neue Gedanken"

Kurz vor dem Türkei-Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Regierung in Ankara erstmals Kompromissbereitschaft im Zypern-Streit mit der EU erkennen lassen.

Istanbul - Bis zum Ende des Jahres seien "einige Schritte" möglich, zitierten türkische Zeitungen den türkischen Verhandlungsführer bei den EU-Beitrittsgesprächen, Wirtschaftsminister Ali Babacan. Die Türkei sei offen "für neue Gedanken", sagte Babacan den Meldungen zufolge bei einem Besuch in Italien. Einzelheiten nannte er nicht. Einseitige Zugeständnisse der Türkei werde es allerdings nicht geben. Heute will Babacan in Helsinki Gespräche mit der finnischen EU-Ratspräsidentschaft führen.

Die EU verlangt von der Türkei bis zum Jahresende die Öffnung ihrer Häfen für Güter aus der griechischen Republik Zypern, die seit 2004 zur EU gehört. Ankara will dem aber erst dann nachkommen, wenn die EU wie vor zwei Jahren zugesagt die wirtschaftliche Isolierung des türkischen Inselteils lockert. Der Streit über diese Frage droht zu einem schweren Zerwüfnis zwischen der EU und der Türkei zu werden.

Aus deutscher Sicht ist der Zypern-Streit bedeutsam, weil Berlin im ersten Halbjahr 2007 von Finnland die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt. Das Thema dürfte deshalb auch bei Merkels Besuch in Ankara und Istanbul am 5. und 6. Oktober zur Sprache kommen. (tso/AFP)

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