Politik : Zypries empfiehlt Vorsorge für Betreuung

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Berlin - Nach einem Unfall oder bei schwerer Erkrankung sicher zu sein, dass über die persönlichen Belange nicht irgendein gerichtlich bestellter Betreuer entscheidet, sondern eine Person des eigenen Vertrauens: Dies ist immer mehr Deutschen eine kleine Gebühr von im Schnitt 12,31 Euro wert. 500 000 sogenannte Versorgungsvollmachten sind inzwischen in einem Zentralregister eingetragen. Das vor zwei Jahren über die Bundesnotarkammer gestartete Projekt sei ein Riesenerfolg, freute sich Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) am Dienstag in Berlin. Mit der Garantie, dass die jeweilige Vollmacht auch berücksichtigt wird, habe man die Selbstbestimmung der Bürger gestärkt. Denn, so fragt Notarkammerpräsident Tilmann Götte, „was nützt eine Vollmacht, wenn sie im Ernstfall nicht gefunden wird?“ Um etwa die Einwilligung für lebensnotwendige Operationen zu erhalten, können Ärzte schließlich nicht lange nach einem irgendwo verwahrten Schriftstück suchen lassen.

Inzwischen haben sich die zuständigen Richter aber offenbar daran gewöhnt, vor der Bestellung eines Betreuers in das Vorsorgeregister zu sehen. Bis zu 440 Anfragen erreichen die Bundesnotarkammer pro Tag, insgesamt 92 000 Fälle wurden bereits abgefragt. Und in knapp 5000 Fällen wurden die Richter dort auch fündig.

Rund eine Million Menschen in Deutschland sind derzeit auf Betreuung angewiesen. Zypries sagte, sie empfehle jedem, frühzeitig für diesen Fall Vorsorge zu treffen. Wenn Bürger Betreuungsvollmachten erteilten und registrieren ließen, entlaste dies auch die Gerichte, betonte Götte. Sie müssten dann weniger Betreuungen anordnen und beaufsichtigen. Und auch wenn die meisten Eintragungen über Notare erfolgten: Jedem stehe es frei, sich auch ohne juristische Hilfe registrieren zu lassen – etwa im Online-Verfahren. Informationen gibt es bei der Bundesnotarkammer Berlin, Tel. 01805/355050. raw

www.vorsorgeregister.de

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