Der Tagesspiegel : Polizeidienst: Fast jeder fünfte Polizist ist eine Frau

Der Anteil von Frauen bei der Brandenburger Polizei ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Einschließlich der Polizeianwärter gebe es 8799 Bedienstete, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Heiko Homburg, in Potsdam. Davon seien 1652 Frauen. Das entspreche einem Anteil von knapp 19 Prozent. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren sei das eine durchaus positive Entwicklung.

1994 hätten die Polizistinnen nur einen Anteil von zwölf Prozent ausgemacht. Damit gebe es einen bis heute kontinuierlichen Anstieg. Da aber pro Jahr nur 150 neue Polizeianwärter eingestellt würden, brauche es lange Zeit, bis das zwischen männlichen und weiblichen Beamten angestrebte ausgeglichene Verhältnis vorhanden sei, betonte Homburg.

An der Polizeischule in Basdorf (Barnim) wäre dies bereits teilweise erreicht. Hier habe es vor sechs Jahren bei den Polizeianwärtern 42 Prozent Frauen gegeben. Bis 1997 sei der Anteil dann sogar auf rund 45 Prozent gestiegen. Allerdings sei nach diesem absoluten Hoch im laufenden Jahr wieder ein Abfall auf knapp 24 Prozent bei den Anwärterinnen zu beklagen.

Immerhin würden sich für die Polizeilaufbahn jeweils zu Hälfte Mädchen und Jungen bewerben. Angesichts der strengen Eignung-Tests und Prüfungen gebe es bei der Einstellung eine Verschiebung der Zahlen. Die Ausbildung in Basdorf dauert für den gehobenen Polizeidienst dreieinhalb und für den mittleren Dienst zweieinhalb Jahre.

Wenn die Polizei künftig ein Spiegel der Gesellschaft sein solle, müsse sich auch die Anzahl der Beamtinnen deutlich erhöhen, sagte Heiko Homburg. Die Akzeptanz der weiblichen Kollegen durch die Männer sei bereits heute vorhanden. Frauen müssten schließlich den gleichen harten Dienstalltag absolvieren und genauso fit wie die Männer sein.

In bestimmten Einsatzsituationen hätten sie den männlichen Polizisten sogar etwas voraus. Gerade bei handgreiflichen Auseinandersetzungen könnten sie vielfach deeskalierend auf die einzelnen Parteien einwirken und damit oft Schlimmeres verhindern, sagte Homburg.

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