Der Tagesspiegel : Polizist soll Munition unterschlagen haben

POTSDAM (wvb).Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen hochrangigen Potsdamer Polizisten wegen Unterschlagung.Der Verwaltungschef der Landeseinsatzeinheit "Lese" soll Polizeipatronen in seinen Besitz gebracht haben.Die Sprecherin des Innenministeriums, Bettina Cain, kündigte ein disziplinarisches Vorgehen gegen den Polizisten an.

Der 48jährige Polizist, der für die Verwaltung der brandenburgischen Sondereinheiten verantwortlich ist, war am gestrigen Mittwoch noch im Dienst.Vor disziplinarischen Schritten müsse man mit ihm sprechen, sagte die Ministeriumssprecherin.

Ein Verdacht gegen den Polizisten war im Mai aufgekommen, nachdem der Mann vor seinem Haus in Fahrland mit einem 18jährigen in Streit geraten war.Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft urinierte der 18jährige an das Haus des Polizisten, woraufhin dieser den jungen Mann verbal angriff.Der junge Mann soll den Polizisten dann mit einer Lenkradkralle attackiert haben.Der Polizist habe darauf mit einem Pistolenschuß in die Luft und zwei Schüssen in den Boden reagiert, so Staatsanwältin Haag.

Zwei Anzeigen waren das Ergebnis: Der 18jährige zeigte den Polizeiführer wegen Bedrohung an, der Polizist konterte mit einer Anzeige wegen Körperverletzung.Bei der Untersuchung des Vorfalls habe sich gezeigt, daß eins der in den Boden gefeuerten Projektile aus Polizeimunitionbeständen stammte.Der Verwaltungsmann sei aber kein polizeilicher Waffenträger und habe also auch nicht das Recht auf Bezug von Polizeimunition gehabt.Um zu klären, ob er Munition in größerem Umfang unterschlagen habe, durchsuchten Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft am Dienstag das Haus des Polizisten.14 weitere Patronen habe man gefunden, sagte Monika Haag.

Der Wert der Munition ist nicht hoch, doch ist im Potsdamer Innenministerium offenbar schon ausgemacht, daß der Vorfall Folgen haben muß.Auf die Landeseinsatzeinheit ist man stolz im Innenministerium.Die Bereitschaftspolizisten stehen in dem Ruf, ausgesprochen gute Schützen zu sein.Welche strafrechtlichen Folgen das Ganze für den beschuldigten Verwaltungschef haben wird, ist noch nicht abzusehen.

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