Porträt : Von der erfolgreichen Ministerin zur Landeschefin

Johanna Wanka soll neue Landesvorsitzende und Spitzenkandidatin der Brandenburger CDU für die Parlamentswahl im Herbst 2009 werden.

Wanka
Johanna Wanka -Foto: ddp

PotsdamDie 57-jährige Kultur- und Wissenschaftsministerin in der rot-schwarzen Landesregierung ist erst seit März 2001 Mitglied der CDU. Seit 2003 gehört sie dem Landesvorstand an, ebenfalls seit 2003 ist sie Kreisvorsitzende der CDU Dahme-Spreewald. Bei der letzten Landtagswahl bekam sie über die Landesliste ein Mandat für den Landtag.

Ihr Amt als Ministerin hatte Wanka im Oktober 2000 noch ohne Parteibuch angetreten. Die Mathematikprofessorin und Mutter zweier Kinder hatte sich in den Jahren zuvor als Rektorin der Fachhochschule Merseburg einen Namen gemacht.

Wanka wurde am 1. April 1951 im sächsischen Rosenfeld geboren. Nach dem Studium der Mathematik in Leipzig kam sie als wissenschaftliche Assistentin an die Technische Hochschule Merseburg, wo sie 1980 promovierte. 1993 erhielt sie eine Berufung für die Professur "Ingenieurmathematik" an der Fachhochschule Merseburg. Von 1994 bis 2000 war sie dort Rektorin.

Beste Ministerin aller Bundesländer

Als Ministerin gilt Wanka als erfolgreich. Sie hat sich unter anderem dafür eingesetzt, dass die neun märkischen Hochschulen mehr Geld und Eigenverantwortung bekommen. Bei einem Ranking des Deutschen Hochschulverbandes (DHV) wurde Wanka Anfang des Jahres als beste Ministerin aller Bundesländer gekürt. Ihre hochschul- und wissenschaftspolitischen Leistungen wurden mit der Durchschnittsnote 2,2 bewertet.

In die Politik trat Wanka im Frühjahr 1989 ein. Als Mitstreiterin der DDR-Bürgerbewegung gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern des "Neuen Forums" in Merseburg. Weitere kommunalpolitische Erfahrung sammelte sie von 1990 bis 1994 als Mitglied des Kreistags Merseburg für das "Neue Forum" und seit 1994 im Bildungsausschuss des Kreistags.

Wanka war bislang eine von vier Vize-Landesvorsitzenden der Union. Sie soll Parteichef Ulrich Junghanns ablösen, der sein Amt nach nicht einmal knapp zwei Jahren zur Verfügung stellt. Der geschäftsführende Landesvorstand setzte Wanka am Montag zunächst kommissarisch ein. Sie soll in der kommenden Woche vom Vorstand als amtierende Landeschefin bestimmt und im Januar von einem Sonderparteitag gewählt werden. (smz/ddp)

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