Der Tagesspiegel : Potsdam als Kulturhauptstadt? Das wird schwierig

Brandenburgs Kulturministerin Wanka schätzt die Konkurrenz als sehr stark ein

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Potsdam. Brandenburgs Kulturministerin Johanna Wanka (CDU) unterstützt die Bewerbung Potsdams als „Kulturhauptstadt Europas 2010“. In einem Gespräch mit dem Tagesspiegel wies Wanka am Sonntag allerdings darauf hin, dass „noch große Kraftanstrengungen“ nötig seien, wenn sich Brandenburgs Hauptstadt durchsetzen wolle. „Es wird außerordentlich schwierig für Potsdam, den Zuschlag zu erringen“, sagte Wanka, die vor allzu großen Hoffnungen warnte: „Die Konkurrenz ist groß.“ Tatsächlich haben unter anderem bereits sieben andere deutsche Städte, darunter Köln, München oder die Lutherstadt Wittenberg ihre Bewerbung angekündigt. Der Titel wird von der EU jährlich in ein anderes Land vergeben, die geehrte Stadt muss sich durch vielfältige kulturelle und künstlerische Projekte mit europäischen Dimensionen auszeichnen. Deutschland, wo zuletzt Weimar europäische Kulturhauptstadt war, hat 2010 wieder das Vorschlagsrecht.

Zwar habe Potsdam mit dem Weltkulturerbe von Sanssouci ein „riesiges Pfund“, sagte Wanka. Aber um dem Anspruch einer Kulturhauptstadt gerecht zu werden, so die Ministerin, „reicht das nicht aus“, was der Stadt auch bewusst sei. Besonders bei der „lebendigen Kultur“ – Theater, Musikleben, Bildende Kunst – sei deshalb noch viel zu tun, was angesichts der Haushaltslage – auch die Kulturausgaben Potsdams seien nicht überragend hoch – schwierig werde. Wanka sagte, „ Stadt und Land müssen an einem Strang ziehen.“

Die Bewerbung steht unter dem Motto „Europa bewegt Potsdam“. Das Konzept, das bis Frühjahr 2004 fertig sein muss, soll nicht von einer Werbeagentur oder der Verwaltung entworfen werden, versicherte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD). „Es soll aus der Stadt heraus entwickelt werden.“ So können die Potsdamer Anregungen und Ideen per EMail ( Kulturhauptstadt@Potsdam.de ) ans Rathaus schicken. thm

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