Der Tagesspiegel : POTSDAM – DER SCHÖNSTE TEIL BERLINS?

Claus-Dieter Steyer

Der Spruch klingt abgegriffen, wird aber immer wieder gern zitiert: „Berlin ist dort am schönsten, wo es Potsdam heißt". Ihn hören inzwischen auch immer mehr Prominente aus Politik, Wirtschaft und Kultur, die zu allen möglichen Treffen in die rund 140 000 Einwohner zählenden Stadt kommen. Die Medienpräsenz zeigt stark nach oben. Vor allem die historischen Bauten eignen sich für Gespräche sowohl im kleineren als auch im größeren Rahmen.

Seit 1990 statten rund 60 Regierungsoberhäupter, Präsidenten, Königinnen und Könige der Stadt einen offiziellen oder privaten Besuch ab. Oft wurden sie dabei vom Bundespräsidenten, vom Bundeskanzler, vom Außenminister oder zumindest von einem Brandenburger Ministerpräsidenten begleitet.

Lang ist beispielsweise die Liste prominenter Gäste des Schlosses Cecilienhof, 1945 Schauplatz der Verhandlungen zum Potsdamer Abkommen. Zu ihnen gehören Prinz Charles (1995), die dänische Königin Margrethe II. (1999) und das jordanische Königspaar (2002). Vor der Wende besuchten die Gedenkstätte unter anderem der UNO-Generalsekretär Kurt Waldheim (1975) und der sowjetische Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow (1986).

Schloss Sanssouci und das Neue Palais bewunderten in den vergangenen fünf Jahren unter anderem der US-amerikanische Präsident Bill Clinton, Englands Königin Elisabeth, die Präsidenten Russlands, Boris Jelzin, Tschechiens, Vaclav Havel und Chinas, Jiang Zemin. Zum beliebten Treffpunkt von Promintenten hat sich das auch Krongut Bornstedt seit seiner Wiedereröffnung im Sommer 2002 entwickelt. Der Bundespräsident und der Bundeskanzler weilten schon mehrfach in diesem Ensemble italienischer Landhäuser. Und erst im vergangenen Herbst amüsierte sich hier der europäische Hochadel.

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