Potsdam : Gutes Klima für Spitzenforscher

In Potsdam soll ein neues Umweltinstitut entstehen. Als Leiter ist Ex-Minister Klaus Töpfer vorgesehen.

Claus-Dieter Steyer
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Potsdam - Die Stadt Potsdam könnte sich zum weltweit wichtigsten Zentrum für Klimaforschung entwickeln. Wie jetzt bekannt wurde, plant das Bundesforschungsministerium die Eröffnung eines weiteren Institutes für die Untersuchung des Klimawandels und für sogenannte Nachhaltigkeitsstudien. An seiner Spitze könnte der ehemalige Umweltdirektor der Vereinten Nationen und frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer stehen. Eine offizielle Bestätigung für diese Pläne gibt es zwar noch nicht. Töpfer war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Der 70-Jährige hat sich aber nach Augenzeugenberichten in den vergangenen Monaten mehrfach in Potsdam aufgehalten, und soll unter anderem den Telegrafenberg besichtigt haben, wo sich bereits das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK), das Geoforschungszentrum und andere renommierte Einrichtungen befinden.

„Das Bundesforschungsministerium plant schon seit längerer Zeit die Gründung eines Instituts für Klimaforschung und Nachhaltigkeitsstudien“, sagte ein Sprecher. „Es wird hochkarätigen Wissenschaftlern ein zeitweiliges Forum für ihre Arbeit bieten.“ Über Kosten, Zeitpunkt der Eröffnung und personelle Fragen sei aber noch nicht entschieden worden. Die Vermutung, dass Klaus Töpfer die Institutsleitung übernehmen könnte, liegt nahe. Denn der Name des künftigen Instituts findet sich auch in der derzeitigen Hauptbeschäftigung des Wissenschaftlers wieder. Er ist Vizechef des 2001 von der damaligen Bundesregierung ins Leben gerufenen Rates für Nachhaltigkeit. „Wir müssen unseren Kindern und Enkelkindern ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches Gefüge hinterlassen“, lautet eine der wichtigsten Forderungen des Rates.

„Wir begrüßen natürlich eine mögliche Ansiedlung nach besten Kräften“, sagte eine Sprecherin des Brandenburger Forschungsministeriums. „In einer Vorlage für das Brandenburger Regierungskabinett haben wir auch eine mögliche finanzielle Beteiligung formuliert.“ Nach unbestätigten Quellen will das Land rund eine Million Euro und damit rund ein Sechstel des Institutsbudgets der nächsten sieben Jahre tragen. Der größte Anteil soll demnach aus dem Etat des Bundesforschungsministeriums kommen.

Erstmals war die Idee für ein neues Institut bei einer Konferenz im Oktober 2007 ins Gespräch gebracht worden. 15 Nobelpreisträger hatten damals zusammen mit weiteren Wissenschaftlern und der Bundeskanzlerin über Strategien gegen den Klimawandel beraten. Zu den Teilnehmern gehörte auch Klaus Töpfer.

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