Potsdam : Mehr als hundert Einbrüche seit Jahresbeginn

Die Polizei ist mehreren Diebesbanden im Stadtrandgebiet auf der Spur. Sie steigen tagsüber in die Häuser ein oder auch nachts – während die Bewohner nichts ahnend schlummern. Die Diebesbanden stehlen alles, was sich zu Geld machen lässt.

Tanja Buntrock

Geklaut werden "Handys, Bargeld, Schmuck, Elektrogeräte „und sogar teures Essen, wenn es sich gerade anbietet“, sagt Toralf Reinhardt vom Brandenburger Landeskriminalamt (LKA). Seit März hat es einen drastischen Anstieg von Einbrüchen in Villen und Einfamilienhäusern im Grenzgebiet zwischen Brandenburg und Berlin gegeben. Mittlerweile kümmert sich eine Gemeinsame Ermittlungsgruppe (GEG) beider Landeskriminalämter um die Diebesbanden.

Es sind mittlerweile 130 Taten, die derzeit von der GEG bearbeitet werden. „Die meisten davon sind aus diesem Jahr“, sagt Reinhardt. Das Gebiet, in dem die Einbrecher agierten, „zieht sich wie ein Gürtel rund um Berlin“. Villen und Häuser in Zehlendorf seien bei den Tätern genauso beliebt wie Anwesen von Königs Wusterhausen bis nach Falkensee. Erst Ende April konnte eine Mieterin einen Dieb in ihrer Wohnung in Blankenfelde-Mahlow überraschen. Doch dem „südländisch aussehenden Mann“, der ein auffälliges, mehrzackiges Tattoo am linken Bein trägt, gelang die Flucht. Nach ihm wird nun öffentlich gefahndet.

Die Ermittler gehen davon aus, dass bei den Einbruchserien „mehrere Gruppen“ beteiligt sind. Die Täter sollen vor allem aus Osteuropa stammen, insbesondere aus Polen und dem ehemaligen Jugoslawien. Die meisten von ihnen wohnten jedoch in Berlin. Die Art und Weise, wie sie in die Häuser eindringen, ähnelt sich: Sie benutzen kleine Metallbohrmaschinen, mit denen sie Fensterverriegelungen und Türschlösser aufbohren.

Etwa 15 bis 20 Tatverdächtige konnten die Beamten der GEG bislang ermitteln. Doch das heißt noch lange nicht, dass die Tatverdächtigen auch verhaftet werden. Denn die Ermittler müssen ihnen nicht nur den Diebstahl nachweisen, sondern auch, dass dieser „bandenmäßig“ begangen wurde, um einen Haftbefehl erwirken zu können. Doch dies gestaltet sich schwierig. Oftmals gestehen die Tatverdächtigen lediglich einen Einbruch – und dafür wird gegen sie in der Regel noch kein Haftbefehl erlassen. Auf die mutmaßlichen Diebe sind die Beamten über die Spurenauswertung, Zeugenhinweise und Tipps aus der Szene gestoßen. Und über „taktische Maßnahmen“. Doch darüber spricht die Polizei nicht gern. Tanja Buntrock

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