Potsdam : Urteil im Tram-Prozess rechtskräftig

Im Jahr 2005 waren sechs Neonazis an einem brutalen Angriff auf linksgerichtete Jugendliche beteiligt. Die Täter wurden verurteilt, legten aber wiederholt Revision ein. Jetzt ist das Urteil rechtskräftig.

Potsdam - Der Bundesgerichtshof habe zwei Revisionen im so genannten Tram-Prozess als unbegründet zurückgewiesen, sagte der Sprecher des Potsdamer Landgerichts, Frank Tiemann. Zwei weitere Revisionen seien bereits zuvor zurückgezogen worden. Somit sei das Urteil insgesamt rechtskräftig.

Das Landgericht hatte im März 2006 sechs Neonazis im Alter zwischen 22 und 32 Jahren wegen gefährlicher Körperverletzung zu Freiheitsstrafen zwischen zwei und fünf Jahren verurteilt. Die Erste Strafkammer hatte es als erwiesen angesehen, dass sich die Angeklagten in der Nacht zum 3. Juli 2005 an einem brutalen Angriff auf zwei linksgerichtete Jugendliche beteiligt hatten.

Neonazis traten auf Opfer ein

Die Angeklagten waren während der Fahrt mit der Straßenbahn auf die beiden zur linken Szene gehörenden Tamás B. und Christoph B. aufmerksam geworden. Sie zogen die Notbremse, öffneten eine Tür und verließen die Bahn. Auf der Straße schlugen sie die Opfer mit Bierflaschen zu Boden und traten auf sie ein. Dadurch wurden die beiden Jugendlichen erheblich verletzt.

Insgesamt vier Angeklagte hatten gegen das Urteil Revision eingelegt. Sie wollten insbesondere dagegen vorgehen, dass das Gericht die Höhe der Haftstrafen auch mit generalpräventiven Erwägungen begründet hatte. (tso/ddp)

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