Potsdamer Garnisonkirche : Hauptwerk des Barock

Die Potsdamer Garnisonkirche war ein Hauptwerk des preußischen Barock. Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. von Preußen ließ sie im 18. Jahrhundert für seine Truppen erbauen.

Potsdam - 1809 wurde dort der erste frei gewählte Potsdamer Magistrat in sein Amt eingeführt. Bis 1943 ruhten die sterblichen Überreste von Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. in der Garnisonkirche.

Unrühmliche Bekanntheit erlangte die Kirche am 21. März 1933, als der nationalsozialistische Reichskanzler Adolf Hitler und Reichspräsident Paul von Hindenburg dort kurz vor Eröffnung des Reichstages zusammentrafen und sich die Hände reichten. Die propagandistische Inszenierung erhöhte das Prestige des NS-Regimes im In- und Ausland. Das Treffen ging als "Tag von Potsdam" in die Geschichtsbücher ein.

Versöhnungskapelle am ehemaligen Standort eingeweiht

Bei einem Luftangriff auf Potsdam im April 1945 fing das Bauwerk Feuer und brannte aus. Nach dem Krieg richtete sich die evangelische Zivilgemeinde im Turm ein und bereitete den Wiederaufbau vor. 1968 wurde die Kirchengemeinde jedoch enteignet und die Kirche gesprengt. Heute steht auf dem Gelände das aus den 70er Jahren stammende Hauptgebäude des Landesbetriebes für Datenverarbeitung und Statistik.

Seit 1991 befindet sich auf der Freifläche hinter dem Rechenzentrum eine Nachbildung des berühmten Glockenspiels der Kirche. Am Donnerstag wurde am ehemaligen Standort der Kirche eine Versöhnungskapelle eingeweiht. Der feierliche Gottesdienst stellte den Beginn der Arbeit des Internationalen Versöhnungszentrums dar, das ein wichtiger Bestandteil des Nutzungskonzeptes für den Wiederaufbau des Gotteshauses werden wird.

Wiederaufbau umstritten

Der Wiederaufbau war innerhalb der evangelischen Kirche lange Zeit umstritten. Schließlich sollte kein Wallfahrtsort für Verehrer des Nationalsozialismus geschaffen werden. Die Kreissynode der Evangelischen Kirche Potsdam stimmte erst im Oktober 2001 für den Wiederaufbau. (tso/ddp)

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