Der Tagesspiegel : Potsdamer Schlössernacht: Ein Zauber von Klang und Licht

Claus-Dieter Steyer

"Bona sera Seniorita bona sera" - im Handumdrehen hatten die drei "Jungen Tenöre" die Herzen der Besucher der 4. Potsdamer Schlössernacht erobert. Mit ihrem Programm "Classic & Light" gehörte das Ensemble zu den Höhepunkten des Abends auf der großen Bühne am Neuen Palais. Mindestens 25 000 Besucher passierten bis 22 Uhr die Kassen am Park Sanssouci und im Neuen Garten.

Die meisten von ihnen hatten die Karten im Vorverkauf erworben, um nicht zuletzt mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Auch bei der heutigen zweiten Auflage gilt das Ticket als Fahrschein für S-Bahn, Straßenbahn, Bus und Regionalbahn. Um 17 Uhr öffnen die Kassen, Höhepunkt ist wieder ein Feuerwerk gegen 0.30 Uhr vor der Kulisse des Neuen Palais.

Das musikalische Repertoire auf den 13 Bühnen stammte aus fünf Jahrhunderten. Auf den Hauptspielstätten - Neues Palais, Jubiliäumsterrassen, Ehrenhof Schloss Sanssouci, Schloss Cecilienhof sowie Marmorpalais - dominierte klassische Musik neben Jazz und Dixieland. Zugnummer am heutigen Abend dürfte die New Yorker Jazz-Sängerin Judy Niemack mit ihrem Programm von Chanson bis zu Jazz-Evergreen werden.

Zum Thema Online Spezial: Die Potsdamer Schlössernacht Mit riesigem Aufwand wurden die historischen Gebäude in eine festliche abendliche Atmosphäre versetzt. 2200 Scheinwerfer strahlten in unterschiedlichen Farben. So erwies sich gestern die große Fontäne vor den Terrassen des Schlosses Sanssouci als ein Hauptanziehungspunkt für die Besucher. Stahlblau glitzerte das Wasser des Springbrunnens. Im Unterschied zum Vorjahr verirrten sich diesmal bedeutend weniger Besucher in den weiträumigen Parkanlagen. 2000 Lampen machten eine insgesamt 15 kilometerlange Wegstrecke auch nach Sonnenuntergang begehbar. Das Licht kam von elektrischen Stableuchten. Im Vorjahr leuchteten noch echte Petroleumlampen. Diese wurden von Besuchern allerdings als besonders raffinierte Andenken erkannt, so dass von den 1500 Lampen am Ende nur noch 700 vorhanden waren. Zusätzlich dienten am gestrigen Abend zwei künstliche Monde zur Orientierung. Sie leuchteten in der klaren Neumondnacht über dem Ruinenberg und über dem Charlottenhof.

Die Besucher kamen aus dem gesamten Bundesgebiet und aus dem Ausland. "Die Schlössernacht hat sich zur touristischen Attraktion entwickelt", sagte Oberbürgermeister Matthias Platzeck. Gemeinsam mit Ministerpräsident Manfred Stolpe lustwandelte er vergnügt durch die Parkanlagen.

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