Präventive Dopingforschung : Nachweisverfahren für neues Dopingmittel gefunden

Für das neuartige Dopingmittel S107 ist jetzt ein Nachweisverfahren gefunden worden. Allerdings steht das Medikament für Patienten mit Herzrhythmus-Problemen noch nicht auf der Liste der verbotenen Substanzen der Welt-Anti-Doping-Agentur.

Mario Thevis
Mario Thevis hat ein Nachweisverfahren für S107 gefunden. -Foto: dpa

DüsseldorfMario Thevis, Leiter des Zentrums für Präventive Dopingforschung der Deutschen Sporthochschule Köln, hat ein Nachweisverfahren für das neuartige Doping-Mittel S107 entwickelt. Dies berichtet die ARD-Sportschau. Der von der Columbia Universität in New York entwickelte Wirkstoff ist gedacht für Patienten mit Herzrhythmus-Problemen, könnte aber auch Ausdauersportlern gleichermaßen nützen.

"Bei Tests wurde festgestellt, dass es die Leistungsfähigkeit signifikant steigert", sagte Thevis. Das bisher noch nicht auf der Liste der verbotenen Substanzen der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) stehende S107 reduziert die Muskelermüdung und verkürzt die Erholungsphase. Da S107 eine leicht zu synthetisierende Substanz ist, dürfte es als Dopingmittel relativ schnell auf den Schwarzmarkt kommen.

Nicht immer hinterherhinken

"Wir wollen uns nicht den Vorwurf machen, dass wir immer hinterherhinken. Deshalb haben wir das Nachweisverfahren entwickelt", sagte Thevis. Die WADA, die sich ebenfalls bereits mit diesem Thema beschäftigt, müsse nun das S107 zu einer verbotenen Substanz erklären und dann sein Nachweisverfahren anerkennen. (leu/dpa)