Preisverleihung : Kein deutscher Sieger bei den Emmys

Die deutsche Comedy-Serie "Alle lieben Jimmy" ging bei der Verleihung der US- Fernsehpreise Internationale Emmys in New York leer aus. Filmemacher Al Gore räumte mal wieder ab.

Al Gore
35. Internationalen Emmy-Awards - Al Gore und Robert De Niro bei der Preisverleihung. -Foto: dpa

New YorkAuch die WDR-Koproduktion "Die Mauer - Berlin '61" mit Iris Berben und Heino Ferch verlor bei der Vergabe der US-Fernsehpreise in ihrer Kategorie Drama. Stattdessen nahm der britische Fernsehfilm "Death of a President" die begehrte Trophäe mit nach Hause. Die Komödie "Alle lieben Jimmy", die das oft schwierige Verhältnis von jungen Türken und Deutschen auf die Schippe nimmt, musste der britischen Serie "Little Britain Abroad" den Sieg überlassen.

Beim Gala-Abend im New Yorker Hilton Hotel wurden Lachs und Filet Mignon serviert, die Promis machten sich jedoch rar. Höhepunkt war die Verleihung eines Sonder-Emmys an den früheren Vize-Präsidenten Al Gore für die Gründung des interaktiven Kabelsenders Current TV. Hollywood-Schauspieler Robert De Niro lobte in seiner Laudatio Gores Mut, mit seinen Projekten "kulturelle Grenzen" zu überschreiten. Current TV sei das "Fernsehen für die Internet- Generation", so der Schauspieler.

Oscar-Gewinner räumt ab

Gore, der in diesem Jahr für seine Umweltdokumentation "Eine unbequeme Wahrheit" bereits mit dem Oscar und zusammen mit dem UN- Klimarat mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden war, forderte erneut, den drohenden Klimawandel ernst zu nehmen. "Die Klima-Krise ist bei weitem die größte Herausforderung für die Menschheit", so Gore. Internationale TV-Sender könnten dabei helfen, zur Lösung beizutragen, so lange noch Zeit sei. Britische Produktionen räumten sieben der neun wichtigsten Emmy- Kategorien ab.

WDR-Programmleiter Gebhard Henke nahm die Niederlage gelassen hin. "Es ist eine große Ehre für das deutsche Fernsehen, international wahrgenommen zu werden", sagte er nach dem Gala-Abend. Vier Emmy-Nominierungen für den WDR in den vergangenen fünf Jahren könnten sich durchaus sehen lassen, sagte Henke, zumal sowohl "Die Manns - Ein Jahrhundertroman" (2002) als auch das Alzheimer-Drama "Mein Vater" (2003) mit Götz George jeweils einen der begehrten US-Fernsehpreise mit nach Hause nehmen konnten.

Gute Verlierer - die Nomminierten aus Deutschland

Auch Teamworx-Produzentin Ariane Krampe ("Die Mauer") zeigt sich als großzügige Verliererin: "Die Nominierung ist schon der Preis", sagte sie. Sie genieße den Aufenthalt den New York und den Austausch mit den Kollegen aus aller Welt. Für sie sei es spannend zu sehen, welche Filme in anderen Ländern gedreht würden. "Da kann man auch Ideen sammeln", so Krampe. Jetzt wolle sie erst mal zusammen mit ihrem deutschen Team "die Niederlage feiern". Die Internationalen Emmys wurden von der Amerikanischen Fernsehakademie zum 35. Mal in neun Haupt-Kategorien verliehen. Die Gewinner ermittelte eine internationale Jury. (mit dpa)