Premier League : Arsenal kämpft um Wenger

Arsenal London will seinen langjährigen Trainer Arsène Wenger offenbar mit allen Mitteln weiter an den Klub binden. Nach dem Aus von Thierry Henry war zuletzt auch über einen Weggang des französischen Coaches spekuliert worden.

Thomas Prüfer[dpa]
Wenger
Mag auch Tennis: Arsène Wenger als Zuschauer in Wimbledon. -Foto: AFP

London/HamburgNach dem Verlust von Top-Torjäger Thierry Henry kämpft der FC Arsenal um seinen zweiten Erfolgsgaranten: Trainer Arsène Wenger. Am Montagabend nahm Klubchef Peter Hill-Wood die Verhandlungen mit dem Coach erneut auf - mit einem bittenden Unterton. "Er hat in den vergangenen zehn Jahren eine fantastische Arbeit abgeliefert. Er macht einen fitten Eindruck, hat Spaß an seiner Arbeit und bleibt hoffentlich bei uns", sagte der Arsenal-Vorsitzende nach dem ersten Gespräch. Er sei zuversichtlich, den im Sommer 2008 endenden Kontrakt schon bald verlängern zu können. "Ich hoffe, in nicht allzu ferner Zukunft etwas Positives vermelden zu können. Es wäre sehr wichtig für den FC Arsenal, wenn er bliebe."

Seit September 1996 ist Wenger bereits Cheftrainer der "Gunners". In den elf Jahren auf der Insel ist der 57 Jahre alte Franzose zum erfolgreichsten Arsenal-Coach der 121-jährigen Vereinsgeschichte geworden. Unter seiner Ägide wurden die "Kanoniere" drei Mal Meister (1998, 2002, 2004) und vier Mal FA-Cup-Sieger (1998, 2002, 2003, 2005). Wenger selbst äußerte sich nicht über seine Pläne, hatte aber kürzlich festgestellt: "Ich werde meinen Vertrag wie immer erfüllen. Und im Laufe der Saison entscheiden wir dann, wie es weitergeht."

"Thierry Henry, Patrick Vieira und Cesc Fabregas kannte auch kaum jemand"

Spekulationen über einen Wenger-Abschied waren aufgekommen, als im April Klub-Vizepräsident David Dein, ein enger Wenger-Vertrauter, aus dem Amt gedrängt wurde. Die Vermutungen wurden verstärkt, als vor einem Monat dann auch noch Wengers Landsmann und Stürmerstar Henry für 24 Millionen Euro Ablöse an den FC Barcelona verkauft wurde. Henrys Transfer habe "keine Krise ausgelöst", beruhigte Hill-Wood. "Ich glaube, wir haben noch nie besser dagestanden", sagte der Klubchef, der dem FC Arsenal immerhin schon seit 1982 vorsteht.

Wenger bastelt am Team der Zukunft und soll vor der Verpflichtung von Torjäger Rodrigo Palacio (Boca Juniors Buenos Aires) stehen. Der Stürmer ist gerade mit Argentinien als Zweiter von der Copa America zurückgekehrt und kostet rund 15 Millionen Dollar Ablöse. Arsenals aktuelles Team sei aber auch so "absolut erste Klasse", meinte Hill-Wood. "Eine junge Truppe, die ein Jahr älter und besser geworden ist." Hinzugestoßen zum eingespielten Team sind Stürmer Eduardo da Silva, Verteidiger Bacary Sagna und Keeper Lukasz Fabianski, der der deutschen Nummer eins Jens Lehmann den Kampf angesagt hat. Hill-Woods Fazit: "Wir haben einige Neue geholt, deren Namen noch nicht bekannt sind. Aber genau das ist Wengers Stil. Thierry Henry, Patrick Vieira und Cesc Fabregas kannte auch kaum jemand, bevor sie zu uns kamen."