Private Arbeitsvermittlung : Arbeitslose können sich weiter gegen Gutscheine vermitteln lassen

Die Große Koalition hat sich geeinigt, weitere drei Jahre Vermittlungsgutscheine für Arbeitslosengeld-Empfänger auszugeben. Mit den Gutscheinen können Arbeitslose die Hilfe privater Arbeitsvermittler in Anspruch nehmen.

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Allein 2006 sind über 63.000 Gutscheine bei privaten Arbeitsvermittlern eingelöst worden. -Foto: ddp

BerlinArbeitslose sollen auch künftig per Vermittlungsgutschein nach einer neuer Beschäftigung suchen können. Union und SPD einigten sich darauf, die Maßnahme um drei Jahre zu verlängern, wie die Arbeitsmarktexperten Klaus Brandner (SPD) und Ralf Brauksiepe (CDU)  mitteilten. Das Instrument, mit dem die Dienste privater Arbeitsvermittler in Anspruch genommen werden können, würde ohne eine Verlängerung Ende 2007 auslaufen. Die FDP forderte eine "wettbewerbsfähige Ausgestaltung" der Gutscheine.

In Anspruch nehmen können die Gutscheine Arbeitslosengeld-Empfänger, die nach einer Arbeitslosigkeit von zwei Monaten innerhalb einer Frist von drei Monaten noch nicht vermittelt worden sind. "Damit führen wir ein erfolgreiches arbeitsmarktpolitisches Instrument weiter", erklärten Brandner und Brauksiepe. Private Arbeitsvermittler hätten in den vergangenen Jahren die Bundesagentur für Arbeit bei der Vermittlung unterstützt. Auch im Hartz-Evaluationsbericht der Bundesregierung würden dem Vermittlungsgutschein positive Ergebnisse attestiert. Allein 2006 seien insgesamt über 63.000 Vermittlungsgutscheine eingelöst worden. Für die privaten Vermittler bedeute die rechtzeitige Verlängerung des Vermittlungsgutscheines ein "Mehr an Planungssicherheit".

FDP-Generalsekretär Dirk Niebel erklärte in Berlin, die angekündigte Verlängerung verschaffe den privaten Arbeitsvermittlern erst einmal Planungssicherheit und den Arbeitslosen eine zusätzliche Chance. "Die Vermittlungsgutscheine könnten aber wesentlich effektiver sein", kritisierte Niebel. Die begrenzte Dauer der Gültigkeit verursache einen hohen bürokratischen Aufwand. Arbeitslose sollten sofort nach Eintritt der Arbeitslosigkeit einen privaten Arbeitsvermittler beauftragen dürfen. (mit AFP)