Private Equity : Förderung für Finanz-Investoren?

Private-Equity-Firmen sollen künftig steuerlich gefördert werden. Die Bundesregierung will dafür eine Summe von 500 Millionen Euro bereit stellen.

BerlinAuf privates Beteiligungskapital spezialisierte Finanzinvestoren können auf mehr Förderung in Deutschland hoffen als zuletzt geplant. Union und SPD verständigten sich auf einen Kompromiss, solche Private-Equity-Gesellschaften mit jährlich 500 Millionen Euro steuerlich zu fördern. Das bestätigten Finanzpolitiker der Koalition, die an den Verhandlungen beteiligt waren. Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) wollte vor allem Wagniskapitalgeber vom nächsten Jahr an stärker fördern, die Kosten dafür ursprünglich aber auf 260 Millionen Euro begrenzen. Die Union hatte dagegen eine umfangreichere Förderung der Branche gefordert.

Das Finanzministerium wollte die Angaben weder bestätigen noch dementieren. Die Gespräche dauerten noch an, stünden aber kurz vor dem Abschluss, sagte ein Sprecher. Es gehe nur noch um Details. Möglicherweise könnten noch diese Woche Eckpunkte vorgelegt werden.

Private-Equity-Firmen standen im Zuge der von der SPD vor mehr als zwei Jahren ausgelösten "Heuschrecken"-Debatte über umstrittene Finanzinvestoren ebenso am Pranger wie Hedge-Fonds. Das Finanzministerium will nun ein Wagniskapitalbeteiligungsgesetz verabschieden sowie ein Risiko-Begrenzungsgesetz, das etwas später im Frühjahr 2008 in Kraft treten und Fehlentwicklungen verhindern soll.

Investments in junge Unternehmen begünstigt

Nach ersten Eckpunkten für die Wagniskapitalpläne, die Anfang 2008 zusammen mit der Unternehmenssteuerreform in Kraft treten sollen, sollten unter anderem Investments in Gesellschaften begünstigt werden, die nicht älter sind als sieben Jahre und deren Eigenkapital beim Erwerb nicht höher ist als 500.000 Euro. Diese Firmen sind oft auf Wagnis- oder Risikokapital von Finanzinvestoren angewiesen. Die Union setzte den Angaben zufolge nun höhere Grenzwerte durch.

Zugleich will Steinbrück Unternehmen im Umgang mit Finanzinvestoren und Hedge-Fonds stärken und so Fehlentwicklungen im Markt verhindern. Dazu war nach ersten Eckpunkten unter anderem erwogen worden, dass Aktionäre von einer Beteiligung von zehn Prozent an ihre Strategie für das Unternehmen sowie die Herkunft ihrer Mittel offen legen müssen. Auch soll der Nachweis eines abgestimmten Verhaltens verschiedener Investoren ("acting in concert") erleichtert werden. (mit dpa)