Der Tagesspiegel : Privatisierung: Flughafengesellschaft: Ausschuss ohne Zeugen

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Wie soll man etwas aufklären, wenn die Zeugen schweigen oder just am Tag der Vernehmung krank werden? Vor diesem Dilemma steht der Berliner Auschuss der Parlaments, der untersuchen will, warum das Privatisierungsverfahren der Flughafengesellschaft im ersten Anlauf gescheitert war. In Brandenburg wartet der Auschuss bisher vergeblich auf Akten der Flughafengesellschaft. Dabei geht es auch um Kontakte zwischen dem Hochtief-Konsortium als Bewerber und dem Berliner Unternehmen WIB. Vor dem Ausschuss verweigerten gestern Ex-Hochtief-Vorstand Wolfhard Leichnitz und eine ehemalige WIB-Mitarbeiterin die Aussage. Die Frau hatte eine Firma angemeldet, die Zahlungen vom Hochtief-Konsortium erhielt. Die Staatsanwaltschaft äußerte dazu den Verdacht, die Errichtung dieser Gesellschaft habe der Verschleierung von Geschäftsbeziehungen gedient. Ein Verfahren wegen Betrugsverdachts war aber eingestellt worden.

Aussagefreudiger war der frühere Chef der Staatskanzlei Brandenburg, Jürgen Linde (SPD). Er sei von der Kompetenz des WIB-Geschäftsführers Herbert Märtins überzeugt gewesen und habe sich dafür eingesetzt, dass WIB die zentrale Projektsteuerung der Flughafenplanung übernehme. Ihm sei, so Linde, auch klar gewesen, dass Märtin ein Interesse an weiteren Aufträgen gehabt habe.

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