Privatkundengeschäft : Postbank will Tickets verkaufen

Die Postbank will sich im hart umkämpften Privatkundengeschäft mit einem neuen Filialkonzept behaupten. Künftig sollen auch Karten für Veranstaltungen verkauft werden. Die erste Filiale wurde heute in Berlin eröffnet.

BerlinDas neue Konzept werde zunächst in acht Filialen geprüft und soll dann von Anfang 2008 an schrittweise bundesweit in den mittlerweile 855 Finanzcentern umgesetzt werden, teilte die Post-Tochter anlässlich der Vorstellung der ersten neuen Filiale in Berlin-Charlottenburg mit. Das Institut wolle damit der Verschiebung der Kundennachfrage zu Gunsten der Bankdienstleistungen gerecht werden, die Produkte der Post und anderer Partner dabei aber nicht vernachlässigen.

Außerdem will die Postbank künftig an ihren Schaltern auch Veranstaltungs-Tickets verkaufen. Dazu gebe es bereits eine Zusammenarbeit mit dem Unternehmen "Ticketcorner". Auch Sportveranstaltungen sollen bei einer positiven Resonanz der Kunden hinzukommen.

Vorstandschef Wolfgang Klein verwies erneut auf den "massiven Verdrängungswettbewerb", der bei den Banken zu sinkenden Margen führe. Es stelle sich die Frage, ob man noch über ein Geschäftsfeld rede, "oder schon über ein Schlachtfeld". Für die Kunden sollen sich vor allem die Wartezeiten an den Postschaltern verkürzen.

Berlin besonders wichtig

Vor allem der Standort Berlin sei besonders wichtig. "In keiner anderen Stadt Deutschlands verfügt die Postbank über eine so große Reichweite bei den Kunden. Rund eine Million Menschen haben eine Verbindung zur Postbank", sagte Klein.

Nach Angaben des für den Filialvertrieb zuständigen Postbank-Vorstand Hans-Peter Schmid sind rund 90 Prozent der Besucher in den Filialen noch keine Kunden. Die Postbank hatte Anfang vergangenen Jahres 850 Filialen der Deutschen Post für knapp eine Milliarde Euro übernommen. (mit dpa)