Profilsuche : Merkel macht Leitkultur zum CDU-Grundsatz

Die CDU ringt um ein schärferes Profil: Um die Gunst der Wähler zu erhöhen, versucht sie den Spagat zwischen konservativen Werten und moderner Haltung. Tugenden sind für CDU-Vorsitzende Angela Merkel unerlässlich - außerdem die Verankerung einer Leitkultur.

Merkel
Die CDU ist auf der Suche nach einem schärferen Profil. -Foto: dpa

BerlinDie CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Bedeutung von Tugenden wie Ehrlichkeit und Fleiß für den Zusammenhalt der Gesellschaft betont. Solche Tugenden wie auch das Füreinander-Einstehen seien nicht altmodisch, sagte Merkel auf einem Parteikongress zum neuen CDU-Grundsatzprogramm in Hanau. Sie seien Voraussetzung für den Zusammenhalt einer Gesellschaft. Auf die Kritik in der Partei, die Union vernachlässige die konservativen Werte, ging die Kanzlerin nicht im Einzelnen ein.

Sie verwies aber darauf, dass in das Programm auch der Begriff der Leitkultur aufgenommen worden sei. Eine Gesellschaft müsse sich gemeinsame Gesetze geben und auf eine gemeinsame Sprache einigen. Nach ihrer Ansicht kann die Politik auch in einer globalisierten Welt gestalten. Merkel rief die Partei dazu auf, diesen Anspruch auch «mit Freude" nach außen zu tragen. Deutschland habe so vieles geschafft. Die Bundesrepublik müssen nun den Beitrag leisten, dass die Welt lebenswert sei.

Zuvor hatte der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) dazu aufgerufen, in den neuen Leitsätzen der Partei den verschiedenen Positionen in der Gesellschaft Rechnung zu tragen. Aufgabe des Programmes sei es, "die unterschiedlichen Strömungen zusammenzuführen", sagte Koch.

Forschung im Fokus der Partei

Nach CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla soll auch die Forschung nicht zu kurz kommen. Er wies im RBB-Inforadio darauf hin, dass eine Verdoppelung der Ausgaben bis zum Jahr 2015 vorgesehen sei. Er betonte: "Forschung ist die Basis für eine gute Bildung, weil Forschung Ergebnisse produziert, die wir dann im Bildungssystem umsetzen." (mit dpa/ddp)